Computer Robotron A5120

(Alias A 5120, A-5120, BC5120, BC 5120, BC-5120)

Der Rechner A5120 war 1982 der Auftakt der Bürocomputer des VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt.
Er zeichnete sich vor allem durch seine flexible Konfigurationsmöglichkeit, kompakte Bauweise und Servicefreundlichkeit aus und war eine der am meisten durchdachten und interessantesten Rechnerkonzeptionen der DDR. Sein Einsatzgebiet war in erster Linie die normale Büroarbeit. Aber auch zur konnte er benutzt werden.

Der A5120 bestand weitgehend aus genormten Einheitsbaugruppen: K1520-Platinen, Stromversorgungsmodule, Standard-Gehäusebaugruppen. Im Inneren des Rechners befand sich eine Rückverdrahtungseinheit mit 11 (später 7) Slots, in die die Platinen gesteckt wurden und die auch Platz für Erweiterungen boten. Interessant war der Aufbau der ZVE-Einheit mit zwei mit 2,25 MHz getakteten Prozessoren U880: Ein Prozessor war für die normale Arbeit zuständig, der andere arbeitete als DMA-Prozessor und ermöglichte einen schellen Datenaustausch mit externen Einheiten, beispielsweise 8-Zoll-Diskettenlaufwerken. Die Rechenleistung des Prozessors betrug bis zu 625.000 Operationen pro Sekunde, ein Wert, der wenige Jahre davor noch Großrechnern vorbehalten war.
Da hochintegrierte Diskettencontrollerschaltkreise zu dieser Zeit in der DDR noch nicht verfügbar waren, wurde deren Funktion teilweise durch den Prozessor wahrgenommen. Dies bedingte allerdings Besonderheiten in der Software. Daher sind die Betriebssysteme des A5120 nicht direkt mit westlichen Rechnern austauschbar.
Speicherseitig war der A5120 anfangs mit 16 KByte, teilweise sogar noch weniger, bestückt. Das änderte sich dann Mitte der 1980er Jahre mit dem Aufkommen der 64-KByte-Speicherplatine und dem Betriebssystem SCP.

Die meisten A5120 waren farblich in braun gehalten, es gab aber auch weiße und orange Gehäuse. Die ersten Geräte hatten weißleuchtende Bildröhren, die mit einer äußerlichen Beschichtung grün gemacht wurden, später hatte man grünleuchtende Bildröhren eingesetzt.

Nahe Verwandte des A5120 waren die Bürocomputer A5130, K8924 und DORAM.
Im gleichen Gehäuse wie der A5120 wurden die Computer A5310, K8927, K8931 und BC25 gebaut.
Es gab auch eine abgewandelte Version des A5120 speziell für Mess-und Steuerzwecke an Telefonanlagen namens USAR.


Varianten

KMBG-Version

Die ersten A5120 hatte als Speichermedium zwei Magnetkassettenlaufwerke K5200.


Computer A5120, Kassetten-Version

Bild aus der Produktion des A5120 (Kassetten-Version)

Als Eingabegerät wurde die Paralleltastatur K7636 benutzt. Der Netzschalter für den Rechner befand sich dabei mit auf der Tastatur.
Für die Speisung der Kassettenlaufwerke hatte diese Rechnervariante einen zusätzlichen Spannungswandler (15V) eingebaut.

Das Betriebssystem für diese Rechnervariante war ausschließlich SIOS.

Mit Aufkommen der Diskettenlaufwerke wurden die meisten dieser Rechner auf Diskettenbetrieb umgerüstet. Die Magnetkassetten-Variante des A5120 war generell sehr selten und gilt heute als ausgestorben.


8-Zoll-Variante

In der zweiten Variante wurde intern ein 8-Zoll-Diskettenlaufwerk K5602 verwendet.
Zwei weitere konnten in Form eines Beistellgerätes hinzugefügt werden. Die Disketten wurden auf eine Größe von bis zu 300 KByte formatiert.


Computer A5120 mit 8-Zoll-Laufwerken und Beistellgerät

Computer A5120 mit 8-Zoll-Laufwerken


Innenansicht des Gerätes.
Links der Antriebsmotor des Diskettenlaufwerks

Disketten-Beistellgerät

Innenansicht des Beistellgeräts

Als Eingabegerät wurde wieder die Paralleltastatur K7636 benutzt. Der Netzschalter für den Rechner befand sich dabei mit auf der Tastatur.
Als Bildschirm kam der K7221 in Einbauvariante zum Einsatz, womit eine Auflösung von 16 Zeilen á 64 Zeichen festgelegt war.

Von diesem seltenen Rechner sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt.


5¼-Zoll-Variante, alt

In der nächsten Variante war der A5120 mit drei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken K5600.10 bestückt.
Mit diesen Laufwerken konnten Disketten bis zu einer Größe von 200 KByte formatiert werden. Durch die geringere Diskettendrehzahl und die geringere Speicherkapazität war diese Rechnervariante gegenüber den 8-Zoll-Variante eher ein Rückschritt.


Computer A5120 mit K5600.10-Laufwerken

Arbeit am Computer A5120

Computer A5120 mit K5600.10-Laufwerken

Computer A5120 mit K5600.10-Laufwerken

Computer A5120 mit K5600.10-Laufwerken

Computer A5120 mit K5600.10-Laufwerken

Die Steuerung der Diskettenlaufwerke erfolgte über eine Verteilerplatine, die sich über den Diskettenlaufwerken befand, per Flachbandkabel mit dem Floppycontroller verbunden war und zu jedem Diskettenlaufwerk mit einem eigenen Flachbandkabel verzweigte.
Da die Laufwerke eine größere Bauhöhe als beim Nachfolgemodell hatten, wurde eine spezielle Frontblende mit großen Laufwerksschlitzen eingesetzt.

Als RAM-Speicher kamen bis zu vier Platinen K3525 (bei ausschließlichem Einsatz von SIOS auch weniger) zum Einsatz. Spätere Modelle hatten stattdessen eine K3526.

Als Eingabegerät wurde meist wieder die Paralleltastatur K7636 benutzt, der Netzschalter für den Rechner befand sich dabei mit auf der Tastatur. Es hatte aber auch Auslieferungen mit der K7637 gegeben.

Als Bildschirm kam wieder der K7221 mit einer Auflösung von 64x16 Zeichen zum Einsatz.

Platinenbestückung (Slots von links beginnend):
K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
K3525 012-7120 OPS Operationsspeicher 16 KByte RAM
K5122 062-8250 AMF Anschlusssteuerung für Minifolienspeicher Floppycontroller
K8025 062-8440 ASS Adapter für serielle Systeme Schnittstellen 3x IFSS, 1xV.24. Für Drucker und DFÜ.
K2526 062-8110 ZRE Zentrale Recheneinheit Prozessoreinheit
K7023.01 012-6830 ABS Adapter für Bildschirm Bildschirmkarte (64x16 Zeichen)
K3525 012-7120 OPS Operationsspeicher 16 KByte RAM
K3525 012-7120 OPS Operationsspeicher 16 KByte RAM
K3525 012-7120 OPS Operationsspeicher 16 KByte RAM

Die meisten Rechner dieser Variante wurden später auf die kapazitätsstärkeren K5601-Laufwerke umgerüstet, teilweise verbunden mit einer Modernisierung des Bildschirms und der Tastatur.
Von diesem seltenen Rechner sind heute nur noch 5 Exemplare bekannt, drei davon erfreulicherweise in funktionsfähigem Zustand. Eins davon befindet sich im Rechenwerk Computermuseum Halle.


5¼-Zoll-Version, neu

Die verbreitetste Version des A5120 war mit drei Diskettenlaufwerken K5601 bestückt. Die maximale Speichergröße pro Diskette wuchs damit auf 800 KByte. In dieser Form (Auslieferung ab Januar 1985) etablierte sich der Rechner als Standard-Bürocomputer, bis er später durch den PC1715 verdrängt wurde.


Computer A5120 mit drei K5601-Laufwerken


Computer A5120, innen.
In der Mitte der Lüfter, rechts die Netzteile.

Da Diskettenlaufwerke teuer und selten waren, wurden viele Rechner mit nur zwei Diskettenlaufwerken ausgeliefert. Dafür gab es entweder eine spezielle Frontblende oder der dritte Diskettenschacht wurde einfach mit einer Platte zugeklebt. Gegenüber den Vorgängermodellen wurden die Diskettenlaufwerke jetzt über ein Flachbandkabel gesteuert, das von Laufwerk zu Laufwerk lief und alle Laufwerke parallel verband.


Sparvariante mit nur zwei K5601-Laufwerken

Als Eingabegerät wurde die serielle Tastatur K7637 benutzt, die gegenüber den Vorgängermodellen eine schnellere Eingabe gestattete.
Auch der Bildschirm änderte sich: er wurde jetzt durch einen K7222 in Einbauvariante realisiert, womit die Bildschirmauflösung auf 24 Zeilen á 80 Zeichen stieg.

Platinenbestückung (Slots von links beginnend):
K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
K3526 062-8600 OPS Operationsspeicher 64 KByte RAM
K8025 062-8440 ASS Adapter für serielle Systeme Schnittstellen 3x IFSS, 1xV.24, auch für Tastatur
K5122 062-8390 AFS Anschlusssteuerung für Folienspeicher Floppycontroller
K2526 062-8110 ZRE Zentrale Recheneinheit Prozessoreinheit
K7024 012-6820 ABS Adapter für Bildschirm Bildschirmkarte (80x24 Zeichen)

Durch die mittlerweile verfügbaren 64-KByte-RAM-Karten (K3526) konnte auf die bisherigen 16-KByte-RAM-Karten K3525 verzichtet werden, wodurch die Anzahl der freien Platinenslots stieg.
Um Material zu sparen, wurde die Anzahl der Platinenslots meist auf 7 verringert.


5¼-Zoll-Version, hochkant

Es gab einige wenige Rechner, die mit drei hochkant eingebauten Diskettenlaufwerken K5601 bestückt waren. Die Platinenbestückung war dieselbe, wie beim "normalen" A5120. Wieso es zu dieser Bauform kam, ist unbekannt. Da eine geänderte Frontplatte zum Einsatz kam, ist davon auszugehen, dass die Rechner keine Umbauten eines Kunden waren, sondern so vom Buchungsmaschinenwerk ausgeliefert wurden. Möglicherweise war es ein Versuch, das Material für die Blecheinschübe, die normalerweise unter jedem Diskettenlaufwerk saßen, einzusparen.


Rechner A5120 mit senkrechten Laufwerken

Rechner A5120 mit senkrechten Laufwerken

Detailansicht der Laufwerkseinheit

Innenansicht der Laufwerkseinheit

Das abgebildete Gerät besitzt keinen Netztaster am Gehäuse und ist mit einer Tastatur K7636 ausgestattet. Offenbar handelt es sich also um einen recht alten A5120.

Von dieser seltenen Bauform ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.


A5120.16

(A5120-16, A 5120.16)

Diese sehr seltene Variante des A5120 hatte gegenüber der Grundversion zwei zusätzliche Leiterplatten, die die Benutzung des Betriebssystems MUTOS 8000 ermöglichten. Die eine Zusatzplatine enthielt eine ZRE auf Basis des U8001-Prozessors, die andere war eine Speichererweiterung um 64 oder 256 KByte. Beide Platinen stellen einen eigenen 16-Bit-Rechner dar (Busverbindung über zwei Flachbandkabel), die übrige 8-Bit-Hardware wurde während der Arbeit mit MUTOS 8000 nur noch als Terminal unter Steuerung des Betriebssystems UDOS1526 benutzt.


Rechner A5120.16

Innenansicht des A5120.16

Innenansicht des A5120.16

Bildschirm des A5120.16, hier ein MON2.1

Unter dem Betriebssystem SCP1526 konnte bei entsprechender Software die 256-KByte-Karte als RAM-Disk und die U8001-Prozessorkarte als Coprozessor für numerische Berechnungen verwendet werden. Die meisten A5120.16 wurden mit Achtzoll-Laufwerken ausgeliefert, vermutlich wegen der höheren Geschwindigkeit.


Nutzung der RAMDisk unter SCP

Betriebssystem MUTOS8000

Der Preis des A5120.16 mit 256 KByte RAM lag 1986 bei 73.604 Mark, andere Quellen sprechen von 100.000 Mark.
Von diesem Rechner sind heute nur noch acht Exemplare bekannt.


CAD-Variante

Diese Variante besaß als besonderes Merkmal eine Grafikkarte, auf der über spezielle Grafikbildschirme (z.B. K7226) vollgrafische Anwendungen (CAD) gefahren werden konnten. Der normale Textmodus-Bildschirm wurde weiterhin für Menüs und Textausgaben genutzt.


CAD-Version des A5120

Testbild der Grafikkarte

Grafik-Demonstrationsprogramm

Grafik-Demonstrationsprogramm

Diese Variante bekam auch eine spezielle Tastatur: die K7637.50. Als Zubehör wurden für diesen Rechner das Digitalisiergerät K6402 sowie Plotter aus dem Großrechnerumfeld benutzt.

Bei Einsatz der Grafikkarte VIS3 erzeugte der Rechner ein sichtbares Bild mit 384x288 Punkten mit 16 Farben. Je nach RAM-Bestückung der Grafikkarte konnte eine virtuelle Bildschirmauflösung von 512x512 oder 1024x1024 Bildpunkten über Scrollfunktionen erreicht werden. Da der Rechner-Prozessor für Zoom-Funktionen oder vektororientierte Grafiken nicht leistungsfähig genug war, wurden die Bilder pixelorientiert aufgebaut und die Zoom-Funktion der Grafikkarte benutzt.

Leider gilt diese Rechnervariante heute als ausgestorben.


Für anspruchsvolle CAD-Anwendungen (z.B. Leiterplatten-Entwurf) wurde in einem externen Beistellgerät eine Koprozessoreinheit auf Basis eines schnelleren Prozessors (vermutlich U8001) benutzt.
Auch dieser seltene Rechner gilt heute als ausgestorben.

Eine abgewandelte Version des CAD-Rechners war der Mustervorbereitungsplatz TES 9012-2 von Textima, der allerdings keine Vollgrafik, sondern nur eine Blockgrafik enthielt und von dem immerhin 1 Exemplar überlebt hat.


Programmier-Variante

Zur Programmentwicklung gab es auch eine spezielle Variante des A5120.
Sie unterschied sich von der Standardversion durch das Vorhandensein eines EPROM-Programmiergerätes sowie einer speziellen Bedieneinheit K7622, die einen hardwareseitigen Test der entwickelten Programme ermöglichte.

Dieser seltene Rechner gilt heute leider als ausgestorben.


Messtechnik-Variante

Im Jahr 1984 erfolgte eine Entwicklung des Buchungsmaschinenwerks Karl-Marx-Stadt zusammen mit Robotron Meßelektronik Dresden mit dem Ziel, den A5120 als Steuereinheit in Mess-Systemen einzusetzen. Dazu wurde der A5120 zusätzlich mit einer Schnittstellenkarte AIM K9221 ausgestattet, die über die IMS2-Norm (IEC625) den Anschluss von Messgeräten (Digitalvoltmeter, Frequenzzähler) ermöglichte. Außerdem konnte an dasselbe Interface auch ein Streifendrucker G3407.500 für die Messwert-Protokollierung angeschlossen werden.

Die K9221 wurde entweder in einen freien Platinenslot des Rechners gesteckt oder, falls weitere Platinen benötigt wurden, über einen Busverstärker in eine externe Sloteinheit gesteckt.

Als Betriebssystem für diese Rechnerkonfiguration wurde SIOS benutzt, dessen Programmiersprache SIOS-BASIC um entsprechende Kommandos zur Ansteuerung der IMS2-Schnittstelle erweitert wurde und unter dem Namen IMS2-BASIC vertrieben wurde.

Die Verbreitung dieses Rechnersystems in der DDR scheint außerordentlich gering gewesen zu sein, was vielleicht auch daran lag, dass zu diesem Zeitpunkt bereits von MEB leistungsfähigere Messcomputer angeboten wurden.

Die Messtechnikvariante des A5120 gilt heute als ausgestorben, was sich wohl auch nicht ändern wird, da bislang nirgendwo eine Controllerkarte K9221 aufgetaucht ist.


Mechanischer Aufbau

Der A5120 bestand aus einer Bodenbaugruppe und einem zerlegbaren Geräterahmen, in den die eigentlichen Rechnerbaugruppen eingeschraubt waren und der nach oben mit einer Metallplatte und seitlich und vorn mit zwei PUR-Formteilen verkleidet war. Den Abschluss nach hinten bildete eine Rückwand aus Blech, die auch die Stecker der externen Kabel verbarg.

Die Bodenbaugruppe beinhaltete die Netzentstörung, das Einschaltrelais für die Hauptnetzteile, ein oder zwei Gleichspannungswandler, eine Platine zur optischen Anzeige der Funktion der Netzteile sowie die Baugruppe NÜ/NEST (Netzüberwachung/Netzsteuerung). Die Netzüberwachung stellte die Betriebsspannungen (StandBy-Netzteil) für die anderen Steuerbaugruppen bereit und signalisierte außerdem Netzspannungsausfälle. Die Netzsteuerung sorgte für das Ein-und Ausschalten der Netzteile in der richtigen zeitlichen Reihenfolge, wertete die Betätigungen des Netztasters aus, ermöglichte das Ferneinschalten des Rechners per V.24-Schnittstelle sowie das softwaregesteuerte Abschalten. Außerdem übernahm es die RESET-Generierung.

Im Geräterahmen steckte links der Bildschirm, der aus dem 12V-Netzteil gespeist wurde und nach Lösen von drei Schrauben auf Schienen nach vorn herausgezogen werden konnte. Nach Herausziehen des Bildschirms und Entfernen der Schienen wurde das darunterliegende NÜ/NEST-Modul zugänglich. Hinter dem Bildschirm waren die beiden Hauptnetzteile (K0362.03 und K0362.08) angeordnet. Deren Ausgangsspannungen waren auf eine Verteilerleiste geführt, von der aus die Kabel zum Platinenschacht gingen.

Zur Kühlung des Rechners diente ein Lüfter, der temperaturgesteuert mit zwei Drehzahlen arbeitete und die Warmluft durch seitliche Schlitze in der Rückwand abführte. Die älteren Modelle waren mit den relativ lauten Lüftern aus Hartha bestückt, bei neueren Rechnern kamen leisere westliche Import-Lüfter zum Einsatz.

Das Zerlegen des Rechners beginnt mit der Abnahme der Rückwand (2 Schrauben unten). Anschließend kann mit 2 Schrauben hinten oben die Deckplatte abgenommen werden. Daraufhin werden die Schrauben der Seitenwände zugänglich (jeweils 2 oben und 2 unten).
Die Bewickelungsseite der Sloteinheit ist nach Abnahme der vorderen mittleren Frontblende (2 Schrauben unten) zugänglich. Auch die Diskettenlaufwerke sind von vorn zugänglich: Nach Abnahme der Frontblende (2 Schrauben unten), Lösen der seitlichen Fixierschraube rechts am Laufwerk und Wegdrücken des Schnappers links am Laufwerk lässt sich das betreffende Laufwerk auf Schienen nach vorn ziehen und verrasten. Durch eine unglückliche (nachträglich geänderte?) Verlegung des Flachbandkabels ist es manchmal doch notwendig, die Rechnerrückwand abzunehmen und die Kabel vorher abzuziehen.


Zubehör

Als Drucker wurden die Typenrad- und Nadeldrucker der SD11xx-Serie sowie der K6316 benutzt. Die Standard-Druckereinstellungen waren: 9600 Baud, asynchron, 7 Datenbits, 1 Stopbit, Parität ungerade. Welche Druckerschnittstelle zu benutzen war, wurde durch Generierung im Betriebssystem oder Textverarbeitungsprogramm festgelegt.
Durch Verwendung eines Busadapters und eines Beistellgerätes konnte bei Bedarf die Anzahl der K1520-Slots (und damit der Platinen) vervielfacht werden.
Als externe Speicher konnten auch Kassettenmagnetbandlaufwerke, wie das K5221 verwendet werden. Softwareseitige Unterstützung dazu gab es unter den Betriebssystemen SIOS und SCP.
Zum Datenaustausch mit Großrechnern gab es auch eine Anschlussmöglichkeit für ein Magnetbandlaufwerk.
Auch Lochbandtechnik, wie die Geräte 1215 und 1210, konnte benutzt werden. Softwareseitige Unterstützung dazu gab es unter den Betriebssystemen SIOS und SCP.


Tastatur

Die ersten Modelle des A5120 wurden mit parallelen Tastaturen des Typs K7636 ausgestattet.
Um die Eingabegeschwindigkeit zu erhöhen und längere Kabel benutzen zu können, wurde später stattdessen die serielle Tastatur K7637 ausgeliefert, die allerdings die Schnittstelle des 2. IFSS-Druckers belegte.


Schnittstellen (Standard-Variante)

Durch Einsatz weiterer K1520-Platinen konnte die Anzahl der Schnittstellen nahezu beliebig ausgebaut werden.


Stromversorgung

Der A5120 besaß zwei Hauptnetzteile K0362.03 und K0362.08, die die Spannungen + 5V und + 12V erzeugten und sich an der Rückseite des Rechners befanden. Die +5V diente hauptsächlich zur Versorgung der Rechner-Schaltkreise. Die +12V wurde für Leistungsstufen (Diskettenlaufwerke), für Schnittstellen sowie zur Speisung des Bildschirms verwendet. Außerdem werden aus der + 12V über einen Spannungswandler (im Fuß des Rechners eingebaut) die Spannungen -5V und -12V (für EPROMs und Schnittstellen) gewonnen. Ein weiteres Spannungswandlermodul wurde (nur bei der 8-Zoll-Disketten-Variante) zur Bereitstellung der +24V (für Diskettenlaufwerke) sowie (nur bei der Magnetkassettenvariante) zur Bereitstellung der +15V (für Kassettenlaufwerke) benutzt.


NÜ/NEST-Baugruppe, aufgeklappt

Gleichspannungswandlermodul

Im Rechnerfuß war ein Stand-By-Netzteil eingebaut, das die Steuerung des Netztasters übernahm sowie ein kontrolliertes Hoch- und Herunterfahren der Hauptnetzteile bewirkte. Dieses Stand-By-Netzteil arbeitete, sobald Strom auf dem Netzkabel lag und ermöglichte auch ein automatisches Starten des Rechners bei eingehendem Modem-Anruf sowie ein softwareseitiges Herunterfahren des Rechners. Ein ebenfalls im Rechnerfuß untergebrachtes Netzfilter verhinderte, dass sich hochfrequente Störungen vom Rechner über das Netzkabel ausbreiten.
Eine im Rechnerfuß untergebrachte Diagnose-Anzeige mit 6 roten LED signalisierte den Arbeitszustand der Netzteile: 2x StandBy-Netzteil, 2x Hauptnetzteile, 2x Spannungswandler.


Spannungsanzeige


Start des Rechners

Der Netzschalter befand sich bei den älteren Modellen auf der Tastatur (grüne Taste), bei den jüngeren Modellen vorn rechts am Rechner.
Der A5120 wurde durch 1-maliges Drücken des Netztasters eingeschaltet. Alternativ dazu konnte er auch automatisch durch den Verbindungsaufbau eines Modems oder einer GDN eingeschaltet werden.
Zu beachten war, dass nach dem Ausschalten und nach dem Stecken des Netzsteckers der Einschalter für 15s blockiert war.

Der Rechner suchte anschließend einmalig auf allen Diskettenlaufwerken und Kassettenlaufwerken nach einem Betriebssystem. Hatte er eine geeignete Diskette oder Kassette gefunden, bootete er von dieser. Welches Laufwerk zum Booten benutzt wurde, war egal. Erst das geladene Betriebssystem löschte den Bildschirm. Davor standen also Zufallszeichen auf dem Bildschirm.

Einen RESET des Rechners erreichte man durch 2-maliges Drücken der Netztaste.

Das Ausschalten des Rechners erfolgte durch 3-maliges Drücken der Netztaste.
Alternativ dazu war ein softwaregesteuertes Ausschalten möglich.
Nach dem Ausschalten war der Einschalter vor dem Wiedereinschalten für 15s blockiert. Diese Zeit sollte aus Sicherheitsgründen noch einige Sekunden verlängert werden, anderenfalls bestand die Gefahr eines Defekts des Diskettencontrollers.

Da die Netzteile des Rechners automatisch kontrolliert ein- und ausgeschaltet wurden, war ein Öffnen der Diskettenlaufwerke vor dem Starten bzw. vor dem Ausschalten nicht unbedingt nötig.


Betriebssysteme



Computer A5120 mit Betriebssystem SIOS



Verbreitung

Der A5120 fand in der DDR eine weite Verbreitung, da er die Möglichkeit er dezentralen Datenverarbeitung mit einer großen Anzahl leistungsfähiger Anwendersoftware vereinte. Der Preis des Rechners lag anfangs bei 39.384 Mark, später (1987) bei 26.807 Mark. Für einen A5120.16 mussten anfangs 48.856,34 Mark, später 31.481 Mark, bezahlt werden.

Ab 1985 wurde der A5120 zunehmend durch den preiswerteren PC1715 sowie durch die 16-Bit-Rechner A7100, A7150 und EC1834 verdrängt.

Der A5120 wurde (ebenso wie der A5130) wurde unter der Bezeichnung EC8577 in das ESER-System eingegliedert.

Heute ist der A5120 wegen seines markanten Aussehens und wegen seiner Vielseitigkeit ein geschätztes Sammlerstück.



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