Großrechnersystem ESER

(Einheitliches System Elektronischer Rechentechnik)
Zwischen den Ländern des Ostblocks (RGW) wurde 1968 ein Vertrag über die Zusammenarbeit im Großrechner-Umfeld getroffen und ein Jahr später die "Mehrseitige Regierungskommission Rechentechnik" (mit der Zentrale in Moskau) gegründet. Insgesamt arbeiteten etwa 300.000 Mitarbeiter (davon 25.000 in der Forschung), verteilt auf 70 Betriebe in den einzelnen Ländern, am ESER-Projekt mit.

Ziel war eine länderübergreifende Arbeitsteilung bei der Geräteherstellung, um Mehrfachentwicklungen zu vermeiden und Ressourcen zu sparen und damit einen Platz an der Weltspitze bei der Rechnerproduktion zu erobern, was letztlich aber nicht gelang.

Die Rechner wurden reihum in verschiedenen Ländern gebaut. Außerdem übernahmen die Produktion von Im ESER wurden Standards über den Datenaustausch der Geräte verankert, um den problemlosen Anschluss ausländischer Geräte zu ermöglichen (SIF-ESER). Außerdem bekamen die Geräte einheitliche Namen, die mit "EC" (sprich "ES", weil russisch) begannen.

Da die Lieferungen innerhalb der RGW-Staaten nicht allzu gut funktionierten, begannen einige Länder, dringend benötigte Rechentechnik auch unter Umgehung der Arbeitsteilung zu produzieren.

Auch einige Geräte der dezentralen Rechentechnik wurden ins ESER eingegliedert, wenn sie Anwendung im Zusammenhang mit den Großrechnern fanden (z.B. Computer EC1834 als Terminal und DFÜ-Prozessor).

Auch die Betriebssystementwicklung erfolgte zentral koordiniert mit dem Ziel, ein einheitliches Betriebssystem für alle ESER-Rechner zu schaffen: OS/ES.

Das Gegenstück des ESER in der Kleinrechentechnik war das SKR.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de