Diskettenlaufwerks-Einheiten

Diese Geräte wurden als Beistellgeräte benutzt, um die Speicherkapazität der Rechner zu erhöhen oder die Bearbeitung von anderen Diskettengrößen oder -Formaten zu ermöglichen. Als Alternative zu den Disketteneinheiten gab es auch externe Kassettenbandeinheiten, Spulenmagnetband-Einheiten und Lochbandeinheiten.

In gewisser Weise kann man auch das Gerät D004 als Diskettenlaufwerkseinheit bezeichnen.


Laufwerkseinheit für den Computer A5120

Diese Laufwerkseinheit enthielt zwei 8-Zoll-Laufwerke K5602 samt Stromversorgung und wurde Anfang der 80er Jahre standardmäßig mit der 8-Zoll-Version des A5120 ausgeliefert.


8-Zoll-Beistellgerät für den A5120

8-Zoll-Beistellgerät innen

Die maximale Diskettenkapazität betrug 300 KByte pro Laufwerk und war damit den damaligen 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken zunächst überlegen.


Laufwerkseinheit für den Computer A5130

Diese Laufwerkseinheit enthält vier 8-Zoll-Laufwerke K5602 samt Stromversorgung und wurde Anfang der 80er Jahre standardmäßig mit der 8-Zoll-Version des A5130 ausgeliefert.


8-Zoll-Beistellgerät für den A5130

Die maximale Diskettenkapazität betrug 300 KByte pro Laufwerk und war damit den damaligen 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken überlegen.


Laufwerkseinheit für den Computer PC1715

Für den PC1715 gab es drei zusätzliche Laufwerkseinheiten:

a) mit zwei 5¼-Zoll-Laufwerken K5600.10
Die Einheit ermöglichte eine Speicherung von bis zu 200 KByte pro Diskette. Die Aufzeichnung erfolgte einseitig mit 40 Spuren.
Die im Grundgerät des PC1715 meist eingebauten Laufwerke K5601 konnten zwar 40-spurige Disketten lesen, jedoch nicht schreiben. Wer also einen Datenaustausch mit anderen Rechnern, die ebenfalls K5600.10-Laufwerke hatten, benötigte, kam um diese externe Laufwerkseinheit nicht herum.


PC1715 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

5¼-Zoll-Beistellgerät

Dieses seltene Gerät gilt heute als ausgestorben.

b) mit zwei 5¼-Zoll-Laufwerken K5601
Die Einheit ermöglichte eine Speicherung von bis zu 800 KByte pro Diskette. Die Aufzeichnung erfolgte doppelseitig mit 80 Spuren.


5¼-Zoll-Beistellgerät

Von diesem seltenen Gerät hat bis heute wahrscheinlich nur 1 Exemplar überlebt.

c) mit zwei 8-Zoll-Laufwerken
Bestückt mit zwei MF6400-Laufwerken ermöglichte dieses Gerät die Verwendung von 8-Zoll-Disketten am PC1715. Die maximale Kapazität betrug 600 KByte pro Diskettenseite (Formatierung 8x1024x77x1).
Der PC1715 war in der Lage, auch vom 8-Zoll-Laufwerk zu booten.


8-Zoll-Beistellgerät für den PC1715

8-Zoll-Beistellgerät innen

Von diesem seltenen Gerät sind heute noch 4 Exemplare bekannt.

Alle drei Geräte enthielten außer den Laufwerken auch die Stromversorgung und eine geringe Interface-Elektronik. Angeschlossen werden die Geräte über einen 39-poligen EFS-Stecker an der Rechner-Rückseite.
Am PC1715 wurden die Laufwerkseinheiten üblicherweise unter den Betriebssystemen SCP und BROS verwendet. Unter SCP wurden sie als Laufwerke C: und D: eingebunden.

Laut Dokumentation soll es möglich sein, diese Laufwerkseinheiten auch an der Workstation P8000 zu betreiben.


Laufwerkseinheit für die Computer A7100 und A7150

Der A7100 hatte an der Rechner-Rückseite einen Anschluss für eine Laufwerkserweiterung um 2 Diskettenlaufwerke.


5¼-Zoll-Beistellgerät

Rückseite des 5¼-Zoll-Beistellgerätes (geöffnet)

A7100 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

Beim Selbsttest (ACT) überprüft der Rechner auch die Existenz der externen Laufwerke.
Laut Dokumentation konnten am A7100 sowohl 5¼-Zoll-Laufwerke als auch 8-Zoll-Laufwerke betrieben werden. Ob eine 8-Zoll-Einheit wirklich von Robotron vertrieben wurde, ist bisher nicht bekannt.
Die Kapazität lag bei maximal 800 KByte pro Diskette.
Auch der A7150 konnte durch so eine Laufwerkseinheit erweitert werden. Allerdings war der Datenstecker standardmäßig nicht mehr bestückt, sodass der Anwender bei Bedarf dies Kabel ergänzen musste.
Die Benutzung der zusätzlichen Laufwerke funktioniert problemlos unter dem Betriebssystem SCP1700. Unter DCP ist es derzeit noch nicht gelungen, die externen Laufwerke zu nutzen. Dies könnte an einem BIOS-Fehler oder am Fehlen entsprechender Treiber liegen.

Wer hat Informationen über die Nutzung der externen Laufwerke unter DCP?


Laufwerkseinheit für den Computer K8912

In der Variante des K8912 als eigenständiger Rechner gab es 2 Möglichkeiten der Laufwerksnutzung: Entweder war im Fuß des Rechners ein Laufwerk K5601 eingebaut oder es wurde ein Beistellgerät mit 2 solchen Laufwerken benutzt.


K8912 mit 5¼-Zoll-Beistellgerät

Der Umbau der Rechner erfolgte vermutlich nicht durch Robotron, sondern eine andere Firma. Wahrscheinlich kam auf diesem Rechnertyp das Betriebssystem M/OS zum Einsatz.

Heute gilt diese Rechnerart als ausgestorben. Das abgebildete Gerät existiert zwar noch, enthält aber mittlerweile ein anderes Innenleben.


Laufwerkseinheiten für den Computer K8915

Da der K8915 keine internen Laufwerke eingebaut hatte, wurden diese in Form eines Beistellgerätes außen angeschlossen.


5¼-Zoll-Beistellgerät

Die 5¼-Zoll-Einheit enthielt 2 Laufwerke K5601 und ermöglichte Kapazitäten bis 780 KByte pro Diskette.
Als Stromversorgung wurde die vom Rechner benutzt.

Anschlussbelegung

LeitungPin
/IX 3A
/SE0 8B
/SE1 7B
/MO0 3B
/MO1 5A
/DIR 6B
/ST 7A
/WD 10B
/WE 11B
/T0 11B
/WP 12B
/RD 13B
/HDSEL6A
/RDY 5B

Außerdem gab es eine 8-Zoll-Disketteneinheit, die mit zwei Laufwerken EC5074 bestückt war und außerdem die zugehörige Stromversorgung sowie eine Interfaceplatine zum Trennen und Korrigieren der Signale enthielt.


8-Zoll-Beistellgerät

8-Zoll-Beistellgerät, geöffnet

8-Zoll-Beistellgerät, geöffnet, Ansicht von oben

In seltenen Fällen wurden auch kombinierte Kassetten-Disketten-Laufwerkseinheiten eingesetzt.


kombiniertes Kassetten- und Diskettenlaufwerk



Doppeldiskettenlaufwerk DLW02

Diese Laufwerkeinheit wurde von der Firma "IBA electronic Schwarzenberg" produziert. Es enthielt ein oder zwei Laufwerke K5601 samt Netzteil.


Beistellgerät DLW02

Rückseite des DLW02

DLW02 mit ausgeklapptem Standfuß

DLW02, geöffnet

Typenschild des DLW02

Von diesem seltenen Gerät ist heute nur noch 1 Exemplar bekannt.


Folienspeichereinheit MF5190

Diese Laufwerkeinheit wurde vom Kernforschungszentrum in Rossendorf produziert. Es gab mehrere Versionen: Das MF5190/36 enthielt zwei Laufwerke K5600.10, das MF5190/28 enthielt zwei Laufwerke K5601, beide samt Netzteil.


Beistellgerät MF5190/36

Beistellgerät MF5190/28

Die Kopplung des MF5190 erfolgt vermutlich hauptsächlich mit den von ZFK selbst entwickelten Rechnern. Möglicherweise sind sie auch mit den Rechnern PC1715 bzw. P8000 kompatibel.

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt.


Laufwerkseinheit EC5057

(Alias EC 5057, EC-5057)

Diese 8-Zoll-Disketten-Laufwerkseinheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1057 verwendet.


Laufwerkseinheit EC5058

(Alias EC 5058, EC-5058)

Diese 5¼-Zoll-Disketten-Einheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1057 benutzt.


Laufwerkseinheit EC5075

(Alias EC 5075, EC-5075)

Diese 8-Zoll-Disketten-Laufwerkseinheit wurde in Verbindung mit dem ESER-Rechner EC1056 verwendet.


Disketteneinheit EC5075

Technische Daten liegen leider noch nicht vor.
Anscheinend verfügt das Gerät über zwei Laufwerke mit automatischem Diskettenwechsler und Stapeleinzug.


Laufwerkseinheit K5621

(Alias K 5621, K-5621)

Dieses Gerät enthielt zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke K5600.10 oder K5601.
Nähere Informationen liegen noch nicht vor.


Laufwerkseinheit K5661

(Alias K 5661, K-5661)

Dieses Gerät enthielt zwei 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke K5600.10 (Variante K5661.10) oder K5600.20 (Variante K5661.20) und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken waren auch die notwendige Stromversorgungseinheit sowie ein Lüfter eingebaut.


Floppy-Einschub K5661

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 133 KByte (K5661.10) oder 266 KByte (K5661.20) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x133x520 mm bei einem Gewicht von 15 kg.

Vom K5661 ist heute noch 1 Exemplar bekannt.


Laufwerkseinheit K5665

(Alias K 5665, K-5665)

Dieses Gerät enthielt zwei 8-Zoll-Diskettenlaufwerke MF3200 und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken waren auch die notwendige Stromversorgungseinheit sowie ein Lüfter eingebaut.


Floppy-Einschub K5665

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 256 KByte (FM-Modus) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x266x720 mm bei einem Gewicht von 35 kg. Das Gerät kostete 6000 Mark.

Vom K5665 ist heute noch 1 Exemplar bekannt.


Laufwerkseinheit K5666.10

(Alias K 5666, K-5666)

Dieses Gerät enthielt zwei 8-Zoll-Diskettenlaufwerke K5602 und wurde als 19-Zoll-Einschub u.a. in K1600-Rechnern verwendet. Außer den Diskettenlaufwerken war auch die notwendige Stromversorgungseinheit eingebaut.

Die erreichbare Speicherkapazität lag bei 256 KByte (FM) oder 512 KByte (MFM) pro Laufwerk.

Das Gehäuse hatte die Abmaße von 482x266x520 mm bei einem Gewicht von 25 kg. Das Gerät kostete 6000 Mark.

Das K5666 gilt heute als ausgestorben.


Disketteneinheit für PSA1305

Einige wenige Exemplare der Messcomputer PSA1305 wurden zusätzlich zur sonst benutzen Magnetkassettentechnik mit einem Diskettencontroller ausgerüstet, der mit einem externen Doppeldiskettenlaufwerk (2x K5601) verbunden war. Da die Netzteile des PSA1305 bereits an der Leistungsgrenze liefen, hatte man der Disketteneinheit eine eigene Stromversorgung spendiert. Die Laufwerkseinheit wurde wahrscheinlich nur werksintern (MEB) eingesetzt. Für den Nachfolgerechner MSA210 wurde hingegen die wesentlich kleinere Disketteneinheit FSG21 eingesetzt.


Disketteneinheit für PSA1305

Rückseite des Gerätes

Disketteneinheit, geöffnet

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über ein Flachbandkabel.

Von diesem seltenen Gerät existiert heute nur noch 1 Exemplar.


Disketteneinheit FSG21

Der Messcomputer MSA210 benutzte zur Datenspeicherung ausschließlich Disketten, hatte aber kein Laufwerk eingebaut. Daher bekam das Gerät ein externes Doppeldiskettenlaufwerk mit zwei Laufwerken K5601. Aufgrund der gegenüber dem Rechner PSA1305 verbesserten Netzteilleistung konnte beim FSG21 auf eine eigenen Stromversorgung verzichtet werden, was sich in kleineren Abmessungen und geringerem Gewicht äußerte.


Disketteneinheit FSG21

Rückseite des Gerätes

FSG21, geöffnet

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de