Computer Robotron A7100

(Alias AC7100, AC 7100, AC-7100, A 7100, A-7100, BC7100, BC 7100, BC-7100, K 1710)

Der Bürocomputer A7100 wurde im VEB Robotron-Elektronik Dresden entwickelt und produziert und stellte technisch eine interessante Entwicklung dar. Obwohl auf den ersten Blick mit einem IBM-PC ähnlich, war das Hardware-Konzept an das der Großrechner bzw. Workstations angelehnt und bestand aus drei funktionell parallel arbeitenden Einheiten: Er war der erste serienmäßig produzierte 16-Bit-PC der DDR und wurde 1985 auf der Leipziger Messe vorgestellt.


Prototyp des A7100. In dieser Form wurde er nie gefertigt.

Der Rechner zeichnete sich vor allem durch seine Grafikfähigkeit aus und war außer für normale Büroarbeit vor allem als ingenieurtechnischner Arbeitsplatzrechner zur Konstruktion (CAD) konzipiert. Auch eine Anwendung als Echtzeit-Steuerrechner zur Maschinensteuerung bzw. als Leitstandsrechner bei der Automatisierung von Anlagen und Maschinen war vorgesehen, er wurde aber praktisch nur selten dafür eingesetzt.


Computer A7100, alte Version

Computer A7100, neue Version

Bild aus der Produktion des A7100

Der A7100 wurde später durch seinen Nachfolger, den Computer A7150 abgelöst, der ihn vor allem durch das Vorhandensein einer Festplatte und die freie Nutzbarkeit des Betriebssystems DCP übertraf.


Hardware

Konstruktiv war der Rechner mit 7 Platinenslots auf der Rückseite und 3 Slots auf der Vorderseite ausgestattet. Die 3 vorderen Slots bilden einen Localbus sowie die beiden obersten Slots hinten.
Die Platinen gehörtem zum Mikrorechnermodulsystem MMS16. Das Gehäuse des Rechners mit Netzteil und Sloteinheit wurde auch als "RGG K1710" bezeichnet.

Der A7100 wurde hauptsächlich in zwei Varianten ausgeliefert, die sich in der Platinenbestückung unterschieden:
Als Bildschirm wurde in beiden Varianten der K7229.22, später der K7229.24 benutzt (monochrom grün, 2 Helligkeitsstufen). Neben dem ROM-residenten Zeichensatz nach KOI-7H0 konnte ein weiterer frei definierbarer Zeichensatz (z.B. Russisch) verwendet werden.

Als Tastatur wurde normalerweise die K7631.91 ausgeliefert. Für besondere Anwendungen im CAD-Umfeld gab es eine leicht modifizierte Tastatur mit Namen K7631.90. Die letzten A7100-Modelle wurden dann schon mit der eigentlich für den A7150 bestimmten Tastatur K7672.03 bestückt.

Als Diskettenlaufwerke wurden anfangs intern zwei K5600.20, später dann K5601 verbaut. Letztere ermöglichten Speicherkapazitäten von 624k oder 780k. Es gab auch einige wenige Exemplare mit Importlaufwerken der Firma Shugart.


Rechner A7100 mit Shugart-Laufwerken

Extern konnte zusätzlich eine Laufwerkseinheit mit zwei Diskettenlaufwerken angeschlossen werden.


Platinenbestückung für die Nur-Text-Version (in Einbaulage)

Name K-Name Kürzel Bedeutung des Kürzels Bemerkungen
031-0300 K3571 OPS Operationsspeicher 256 KByte RAM. Alternativ auch ZPS K2071, deshalb ZRE im Slot darunter
031-0350 K2771.10 ZRE Zentrale Recheneinheit Enthält Prozessor, Tastaturanschluss (IFSS modifiziert) und Centronics-Schnittstelle
031-0340 K5170.10 KES Kontroller für externen Speicher für Floppy
? K7071 ABS Anschlusssteuerung für Bildschirm Grafikkarte
031-0300 K3571 OPS Operationsspeicher 256 KByte RAM
031-0300 K3571 OPS Operationsspeicher 256 KByte RAM
031-0400 K8071 ASP Anschlusssteuerung seriell und parallel Interfaces V.24, IFSS und IFSP
031-0700 K5171.10 AFS Anschlusssteuerung für Folienspeicher Floppycontroller für bis zu 4 Laufwerke, FM oder MFM, 5¼ bzw. 8 Zoll (ist vorn im Gerät)



Platinenbestückung für die grafische Variante (in Einbaulage)

Name K-Name Kürzel Bedeutung des Kürzels Bemerkungen
? K7072 ABG Adapter für Bildschirm, grafisch Grafikkarte, zur Ansteuerung des Bildschirms
031-0360 K7070.10 KGS Kontroller für grafisches Subsystem Grafisches Terminal. Steuert ABG, Drucker und Grafiktablett (V.24 modifiziert)
031-0340 K5170.10 KES Kontroller für externen Speicher für Floppy
031-0300 K3571 OPS Operationsspeicher 256k Byte RAM
031-0350 K2771.10 ZRE Zentrale Recheneinheit Enthält Prozessor, Tastaturanschluss (IFSS modifiziert) und Centronics
031-0300 K3571 OPS Operationsspeicher 256k Byte RAM
031-0400 K8071 ASP Anschlusssteuerung seriell und parallel Interfaces V.24, IFSS und IFSP
031-0700 K5171.10 AFS Anschlusssteuerung für Folienspeicher Floppycontroller für bis zu 4 Laufwerke, FM oder MFM, 5¼ bzw. 8 Zoll (ist vorn im Gerät)


Innenansicht des A7100. Unter der braunen
Abdeckung befinden sich die Diskettenlaufwerke.

A7100 mit Floppy-Beistellgerät


Schnittstellen

An Schnittstellen verfügte der A7100 serienmäßig über:

Anschlüsse auf der Rückseite des A7100


Rechner-Start

Nach dem Einschalten lud der Rechner den ACT (A7100 Confidence Test) aus dem ROM und führte ihn aus.
Der ACT überprüfte die Hardware des Rechners und meldete ggf. Fehler.


ACT des A7100

Beim Test des KGS-Moduls konnte man einige Sekunden lang ein Zeichen zwecks Tastaturtest eingeben.
Außerdem konnte so das Verhalten des Rechners nach dem ACT beeinflusst werden. Durch Eingeben eines Das Monitorprogramm enthielt Befehle zum Auswählen der Bootpartition sowie Befehle zum Debuggen des Rechners.
Der Rechner suchte als beim Booten eine Diskette im ersten Diskettenlaufwerk (A:).
War diese bootfähig, bootete er von Diskette. War sie nicht bootfähig, kehrte er zum Monitorprogramm zurück.


Software

Als Betriebssysteme kamen zum Einsatz: Außerdem gab es einen Emulator, der die Ausführung von 8-Bit-Programmen (z.B. vom PC1715 und A5120) unter SCP1700 ermöglichte.

Mit einigen technischen Tricks war es später möglich, über einen Emulator auch speziell angepasste DOS-Programme (nur Textmodus) auf dem Rechner zu starten.

Generell war das Softwareangebot für diesen Rechner recht gering, da zu diesem Zeitpunkt weltweit der Umstieg von CP/M auf DOS erfolgte.


Verbreitung

Da kurz nach dem A7100 der leistungsfähigere A7150 folgte, erlangte der A7100 in der DDR keine große Verbreitung.
Der Preis des A7100 lag bei anfangs 62.226 Mark, später (1988) sank er auf 39.750 Mark.


Literatur

[1] VEB Robotron-Elektronik Dresden, A 7100 Arbeitsplatz-Computer, Band 1: Rechner und Geräte;
[2] Stammer, Eckehart : Die Arbeitsplatzcomputer A 7100 und A 7150 ; Berlin, Verlag Die Wirtschaft 1988, ISBN 3-349-00306-0

Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de