Stromversorgungen

(Alias STM, STZ, STV)

Diese Baugruppen stellen die Betriebsspannungen für die Rechner her und wurden in der Regel ins Computergehäuse mit eingebaut.
Die Stromversorgungen wurden meist als abgeschlossene, leicht wechselbare Einheiten aufgebaut.
Typische Spannungen: Haupthersteller der Stromversorgungsmodule in der DDR war Robotron-Elektronik Zella-Mehlis.


Stromversorgungsmodule, 1. Generation

Diese Module wurden ursprünglich für die K1510-Rechner entwickelt, dann aber auch noch vereinzelt K1520-Rechner in eingesetzt.
Die Anschlüsse erfolgten über 4-mm-Schraubklemmen, Eingänge zur Spannungsbeeinflussung oder zum verzögerten Einschalten gab es nicht.
Intern waren die Netzteile größtenteils analog aufgebaut, was sich gegenüber den Schaltnetzteilen in größerem Gewicht und größerer Wärmeentwicklung, aber auch in größerer Zuverlässigkeit und geringerer Störabstrahlung auswirkte.
Ein Betreiben der Netzteilmodule ohne angeschlossene Last war möglich.


Name Kürzel Spannung Strom Preis Bild
K0310.01 STM 12V 1,5A 492,80 Mark
K0310.03 STM 10,7V 2A 533,50 Mark
K0310.04 STM 9V 2,2A 533,50 Mark
K0310.05 STM 5V 3,3A 535,70 Mark
K0310.06 STM 5V 10A 927,89 Mark
K0310.08 STM 9V 5,6A

K0310.09 STM 12V 4,2A 1206,15 Mark
K0310.10 STM 15V 3,3A 1169,12 Mark
K0310.11 STM 6V 2,9A

K0310.12 STM 15V 1A 548,90 Mark
K0312.01 STM 60V 0,08A 154,00 Mark
K0312.02 STM 2x 60V 2x 0,08A 288,20 Mark
K0312.03 STZ 12V 0,1A 198,00 Mark
K0312.04 STZ 2x12V 2x0,1A 388,30 Mark
K0312.05 STM 12V / 60V 0,1A / 0,8A 347,60 Mark
K0312.06 STM 5V 10A

K0316.01 STM 24V 2A 357,50 Mark
K0316.02 STM 24V 2,2A 198,00 Mark
K0316.03 STM 2x 24V 1,4A

K0316.04 STM 24V 5A (Impuls) 312,40 Mark


Stromversorgungsmodule, 2. Generation

Diese Module wurden hauptsächlich im Umfeld der K1520-Rechner verwendet. Die Anschlüsse erfolgten über EFS-Steckverbinder. Intern waren alle diese Module als Schaltnetzteil aufgebaut und in Leistungsgruppen eingeteilt, wobei jede Leistungsklasse eine spezifische Gehäusegröße hatte. Die Polarität der STM variierte je nach Kundenwunsch, praktisch wurden fast alle STM für positive Spannungen ausgelegt.
Die STM waren kurzschlussfest, hatten einen Schutz gegen Überspannung, eine Abschaltautomatik bei zu großem Ausgangsstrom bzw. zu hoher Temperatur. Außerdem waren alle STM fernsteuerbar, um sie z.B. mittels Schaltkassette nacheinander ein- oder auszuschalten.
Ein Betreiben des Netzteilmoduls ohne angeschlossene Last war möglich.


Name Kürzel Eingang Ausg.-Spannung Ausg.-Strom Leistung Einsatzbeispiel Preis Bild
K0360.03 STM 220V ~ 5V 5A 25W

K0360.05 STM 220V ~ 7V 3,6A 25W sehr selten

K0360.06 STM 220V ~ 9V 2,8A 25W sehr selten

K0360.08 STM 220V ~ 12V 2,1A 25W


K0360.10 STM 220V ~ 15V 1,6A 25W


K0360.13 STM 220V ~ 24V 1A 25W


K0361.03 STM 220V ~ 5V 10A 50W MC80 700M
K0361.05 STM 220V ~ 7V 7,1A 50W


K0361.06 STM 220V ~ 9V 5,6A 50W Sehr selten

K0361.08 STM 220V ~ 12V 4,2A 50W
700M
K0361.10 STM 220V ~ 15V 3,3A 50W Nur im Umfeld von K5200 und von AD-Wandlern. 700M
K0361.13 STM 220V ~ 24V
2,1A
50W Im Umfeld von 8-Zoll-Diskettenlaufwerken 700M
K0361.16 STM 220V ~ 36V 1,4A 50W Sehr selten

K0362.03 STM 220V ~ 5V 20A 100W A5120, K8924, K8915 900M
K0362.05 STM 220V ~ 7V 14,3A 100W sehr selten

K0362.08 STM 220V ~ 12V 8,3A 100W A5120, K8915 900M
K0362.10 STM 220V ~ 15V 6,7A 100W Sehr selten.

K0362.13 STM 220V ~ 24V 4,2A 100W Selten.

K0362.16 STM 220V ~ 36V 2,8A 100W Sehr selten.

K0363.03 STM 220V ~ 5V 30A 150W
1300M
K0363.05 STM 220V ~ 7V 21,4A 150W Sehr selten.

K0363.06 STM 220V ~ 9V 16,7A 150W Sehr selten.

K0363.08 STM 220V ~ 12V 12,5A 150W K8924 1300M
K0363.10 STM 220V ~ 15V 10A 150W Sehr selten.

K0363.13 STM 220V ~ 24V 6,3A 150W


K0363.16 STM 220V ~ 36V 4,2A 150W Sehr selten.


Sollte ein STM allein betrieben werden, mussten einige Drahtbrücken im Anschlussfeld des Netzteiles gesetzt werden, sonst startete das Netzteil nicht.


Minimalbeschaltung eines STM (50-150W) für Einzelbetrieb



Spannungswandlermodule

Spannungswandlermodule erzeugten aus einer (niederen) Gleichspannung eine andere Gleichspannung. Sie wurden häufig benutzt, um aus der positiven Spannung eines STM eine negative Spannung abzuleiten.

Name Kürzel Eingang Ausg.-Spannung Ausg.-Strom Einsatzbeispiel Preis Bild
K0365.01 DCW +5V -5V 0,7A

K0365.06 DCW +5V +12V 0,3A


K0365.07 DCW +5V -12V 0,3A


K0366.01 DCW +5V ±15V 2x0,1A


K0365.21 DCW-F +12V -5V 0,7A


K0365.27 DCW-F +12V -12V 0,3A




Mehrspannungsnetzteile

Die Mehrspannungsnetzteile bestanden intern aus einem gemeinsamen Primärteil und bis zu 4 Submodule, die jeweils ein kleines Schaltnetzteil (25W) enthielten.
Die STZ-Variante (Stromversorgungszusatzmodul) konnte mit 4 Submodulen bestückt werden, benötigte aber ein weiteres Netzteil (STM) für die Erzeugung der internen Hilfsspannung, konnte also nicht allein betrieben werden.
Das MSM (Mehrspannungsmodul) konnte mit 3 Submodulen bestückt werden und funktionierte auch als alleiniges Netzteil. Die Polarität der Submodule konnte nach Kundenwunsch variieren, mit Ausnahme der 24V- und 60V-Submodule. Mögliche Submodule:
Name Kürzel Eingang Ausg.-Spannung Ausg.-Strom Einsatzbeispiel Preis Bild
K0367 STZ 220V ~ 5V / 7V / 9V / 12V / 15V / 24V / 60V
(max. 4 Module)

MC80, K5221 1500M
K0371 MSM 220V 5V / 7V / 9V / 12V / 15V / 24V / 60V
(max. 3 Module)






Schaltkassetten

Diese Baugruppen wurden verwendet, um Netzteilmodule in der richtigen Reihenfolge zu starten bzw. herunterzufahren.

Name Kürzel Eingang Einsatzbeispiel Preis Bild
K0369 SKE 220V ~ Computer A5130


Netzfilter

(Alias NF)

Diese Baugruppen wurden in die Primärleitung (Netzleitung) der Stromversorgungsmodule geschaltet und verhinderten, dass elektrische Störspannungen aus dem Rechner ins Stromnetz abgegeben wurden, die sonst möglicherweise den Radio- und Fernsehempfang sowie die Funkdienste stören könnten.


Kleiner Netzfilter K0368.01

Großer Netzfilter K0368.04

Name Kürzel Spannung Ausg.-Strom Einsatzbeispiel Preis
K0368.01 NFI 220V ~ 4A Bürocomputer
K0368.02 NFI 220V ~ 6,3A

K0368.04 NFI 220V ~ 12A K1600-Rechner, Audatec


Akku-Module

Um bei einem möglichen Stromausfall eine Zerstörung des RAM-Speicherinhalts zu verhindern, gab es für besonders kritische Datenverarbeitung (z.B. Sparkassen-Rechner) Akku-Module. Die mit Nickel-Cadmium-Zellen der Firma "VEB Grubenlampen- und Akkumulatorenwerk Zwickau" bestückten Akkus wurden im normalem Rechnerbetrieb über eine Ladeelektronik im aufgeladenen Zustand gehalten und bei Stromausfall blitzschnell zugeschaltet.

Die Stützzeit der Akkus lag, mit Ausnahme der Uhrenmodule, bei maximal 48 Stunden (4 KByte-RAM-Karten, Schreibmaschinen). Bei großen Speichern betrug die Stützzeit z.T. nur ½ Stunde. Diese Zeit sollte aber ausreichen, um Stromaussetzer und kürzere Stromausfälle zu überbrücken. Bei längeren Stromsausfällen hatten die Akkus die Aufgabe, ggf. die Zeit bis zum Anlaufen eines Notstromaggregates zu überbrücken.

Die kleinsten Akkus waren tablettengroß und wurden paarweise zur Stützung von Uhrenmodulen benutzt (Weiterlauf der Uhr bei ausgeschaltetem Rechner).

Die nächstgrößeren Akkus hatten das Format von Brausetabletten und wurden auf Speicherkarten (statischer RAM, z.B. K3521) verwendet. Man hatte bei dieser Variante verzichtet, den gesamten Speicher zu puffern, sondern hatte nur den die aktuellen Daten (bzw. die aktuelle Transaktion bei Buchungen) enthaltenden Speicher gepuffert. Der Speicherbereich, der das Betriebssystem oder das Anwenderprogramm enthielt, wurde ja beim nächsten Booten ohnehin überschrieben.


Stützakkus auf den Platinen eines AUDATEC-Rechners

Die nächstgrößeren Stützmodule waren in Form externer Gehäuse aufgebaut und übernahmen die Stützung des gesamten Speichers. Bei statischem RAM war dies recht einfach, es musste nur dafür gesorgt werden, dass die Betriebsspannung permanent anlag. Schwieriger wurde es bei dynamischem RAM: da musste das Akkumodul über eine Elektronik auch die Steuerung der Refresh-Zyklen (im Millisekundenbereich) übernehmen.


Akkusatz K0370.02

Akkusatz K0370.02, geöffnet

Das Akku-Modul K0370.02 wurde zur Stützung von RAM-Karten (z.B. K3526) benutzt und lieferte im Notfall über eine Zeit von mindestens 30 Minuten die Spannungen: Innerhalb dieser Zeit musste die Stromversorgung dann ggf. von einem verbrennungsmotor-getriebenen Stromgenerator übernommen werden.

Ein weiteres Akkumodul befand sich in der Sparkassenversion des Rechners K8924 und im Geldautomat, um das darin befindliche Sicherheitsmodul vor Stromausfall zu schützen. Im Sicherheitsmodul befand sich stark gesichert das Programm zur Überprüfung der Kunden-PIN sowie zur Identifikation des Rechners.


Akkumodul im Fußteil eines Geldautomaten

Die Lebensdauer der Akkus war leider nicht allzu hoch (Absinken der Ladekapazität). Laut Hersteller waren die Zellen spätestens nach 2 Jahren zu wechseln. Eine weitere unangenehme Eigenschaft der Akkus war die Gefahr des Auslaufens der in in den Zellen befindlichen Kalilauge, was meist zu Verätzungen an den Leiterplatten bzw. am Gehäuse führte.

Heute ist es im Interesse der Rechner sicherer, die Akkus zu entfernen oder zumindest elektrisch abzuklemmen. Neue baugleiche Zellen scheint es heute leider nicht mehr zu geben.


Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de