Thermodrucker

Thermodrucker sind Ausgabegeräte, die auf wärmeempfindliches Papier mit punktförmiger Hitze schreiben, wodurch sich das Papier an diesen Stellen schwärzt.
Angenehm an diesem Verfahren ist, dass Thermodrucker relativ leise sind.
Nachteilig ist, dass der Kontrast nicht sehr hoch ist, dass sich das Papier bei Lagerung in der Wärme oder bei Sonneneinstrahlung weiter abdunkelt und dass die Drucke im Laufe der Zeit bis zur Unkenntlichkeit verblassen. Die Qualität des DDR-Thermopapiers war nicht allzu hoch: die Schrift wurde nicht schwarz, sondern mehr oder ein weniger dunkles Braun.
Wurden bessere Qualität gefordert, hat man stattdessen Typenraddrucker oder Nadeldrucker eingesetzt.

Das Faxgerät FAX518 kann aufgrund seines Druckwerks auch als eine Art Thermodrucker angesehen werden.

Bei Thermotransferdruckern wird mit dem Druckkopf ein spezielles Farbband erhitzt, welches an diesen Stellen seine Farbe auf herkömmliches Papier überträgt und langzeit-stabile Ausdrucke liefert.


Drucker K6303

(Alias K 6303, K-6303)

Dieser Drucker wurde im Büromaschinenwerk Sömmerda produziert, druckte auf Thermopapierrollen mit 92 mm Breite und war vollgrafikfähig. Als Druckkopf kam ein ITK240 zum Einsatz, der eine Auflösung von 3 Punkten/mm bei einer Breite von 240 Punkten aufwies.
Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über eine V.24-Schnittstelle.


Thermodrucker K6303

Rückansicht des K6303

Innenansicht des K6303

Druckwerk des K6303

K6303-Beispielausdruck

Von diesem seltenen Gerät sind nur noch 2 Exemplare bekannt.


Drucker K6304 / TS80 / TP048

(Alias K 6304, K-6304, TS 80, TS-80, TP 048, TP-048, TP48, TP 48, TP-48)

Dieser Drucker wurde von 1987-1990 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 24627 Geräten produziert und war ursprünglich als Thermotransferdrucker konzipiert. Da die Lieferung von Thermotransferbändern aber damals nicht möglich war, wurde der Drucker stattdessen meist als normaler Thermodrucker benutzt. Nachteil des Thermodrucks war die Tatsache, dass die Schrift schon beim Druck nicht sehr kontraststark war und außerdem im Laufe der Zeit bis zur Unkenntlichkeit verblasste. Zumindest ersteres lässt sich durch den Einsatz moderner Thermopapiere umgehen.

Für Robotron-Verhältnisse war der K6304 ausgesprochen klein (maximal verarbeitbare Papiergröße DIN A4) und leicht. Das Innenleben des Gerätes war sehr einfach gehalten, um durch niedrige Produktionskosten einen niedrigen Preis zu erreichen und damit den K6304 im Amateurbereich (Kleincomputer-Umfeld) attraktiv zu machen.


Thermodrucker K6304

Rückansicht des K6304

Innenansicht des K6304

Innenansicht mit Druckwerk

K6304 mit Thermotransferkassette

Detailansicht des Druckkopfes von der Papierseite aus
Druckgeräusch

Schnittstellen

Der Drucker konnte mit verschiedenen rückseitig einsteckbaren Interface-Kassetten betrieben werden.
Meist wurde als Anschlussnorm V.24 verwendet.
Die Interfacekassette ist trotz gleicher Bauform nicht mit den V.24-Kassetten der K631x-Drucker austauschbar.
Für den Export ins westliche Ausland wurde der K6304 auch unter der Bezeichnung "Silentrix TP048" für die Firma Fa. CGK in Konstanz gefertigt.
Es gab auch eine Exportversion "PRÄSIDENT THERMO 6304C" mit einer Interfacekassette für die Computer C64 und C128. Die Platine des TP048 war ausschließlich mit westlichen Bauteilen bestückt und somit äußerlich nicht als DDR-Platine erkennbar. Für den Export gab es auch ein Centronics-Interfacemodul, das in der DDR nicht erhältlich war.


Selbsttest des K6304

Nach dem Einschalten erwartete der Drucker das Vorhandensein der Thermotransferkassette, weshalb er standardmäßig nur während des Kopfvorlaufes druckte. Wurde beim Einschalten die CASS-Taste gedrückt, ging der Drucker in den Thermopapiermodus, druckte dann also beim Hin- und beim Rücklauf. Der Drucker besaß ein internes Selbsttestprogramm, das gestartet wurde, wenn beim Einschalten die Tasten LF oder FF gedrückt wurden.

Im Jahr 1985 war der K6304 für den "iF product design award" angemeldet.


Platine des TP048



Drucker K6306 / Etigraph 100 / ET100

(Alias ET 100, ET-100, K 6306, K-6306)

Dieses Gerät wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda ab Dezember 1989 entwickelt und auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1990 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Es diente ausschließlich dem Bedrucken von Selbstklebeetiketten. Auf dem Gebiet der DDR gab es allerdings keine Firma, die Selbstklebeetiketten produzierte, sodass Robotron hierbei auf Importe angewiesen wäre. Durch die politische Wende in der DDR löste sich dieses Problem allerdings dann von selbst, da sich neue Märkte eröffneten.

Vom Etigraph 100 gab es zwei Varianten: Die Papierbreite der Etikettenrolle betrug maximal 8 cm. Zwischen benachbarten Etiketten auf der Rolle musste sich ein Leerraum befinden, der vom Gerät optisch erfasst wurde.
Als Druckkopf kam ein ITK160 zum Einsatz (160 Punkte Breite), der auch im Drucker BLD160 seinen Dienst tat. Herz des Gerätes war ein Einchipmikrorechner UB8830, unterstützt von einem 8 KByte großen EPROM. Ein Antriebsmotor war für den Papiertransport zuständig, ein weiterer für das Aufwickeln der bedruckten Etiketten.


Thermodrucker ETIGRAPH100, Verkleidung abgenommen

Thermotransferdrucker ETIGRAPH100

ETIGRAPH100 mit Wicklern für große Papierspulen

Innenansicht des ETIGRAPH100

Außer normaler Schrift (skalierbar in der Größe und drehbar) konnten mit dem Gerät auch verschiedene Arten von Barcodes ausgegeben werden. Außerdem konnten bei Bedarf Zeichen selbst definiert werden. Der Drucker besaß einen Numerator, der ein automatisches Hochzählen von Zahlen auf den Etiketten ermöglichte. Beim Hersteller konnte man ein DOS-Programm beziehen, mit dem Etiketten definiert werden konnten.

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über eine Centronics-Schnittstelle.

Die Produktion des Gerätes wurde von der Robotron-Nachfolgefirma EMS noch bis mindestens 1992 fortgesetzt.
Der Etigraph wurde in der Bundesrepublik von der Firma Gerber (HGN) unter den Bezeichnungen "TT72" bzw. "TD72" vertrieben.
Von diesem seltenen Drucker haben bis heute wahrscheinlich nur 2 Exemplare überlebt.


Drucker K6307 / Etigraph 2000 / ET2000

(Alias ET 2000, ET-2000, ETIGRAPH2000)

1990/1991 erfolgte durch das Büromaschinenwerk Sömmerda die Weiterentwicklung des K6306 zum K6307.


Etikettendrucker ETIGRAPH2000

Etikettendrucker ETIGRAPH2000

Im Gegensatz zum Vorgängermodell war der K6307 vollgrafikfähig mit einer Auflösung von 200 dpi.
Die Druckgeschwindigkeit wurde mit 100 mm/s angegeben, also drei mal so schnell wie das Vorgängermodell.

Heute ist nur noch die Existenz von 1 Exemplar dieses Druckers bekannt.


Drucker G3287

(Alias G 3287, G-3287, G-3287.500, G3287.500, G 3287.500)

Dieser Drucker wurde als Ausgabegerät für Messtechnik, z.B. Digitalvoltmeter oder Frequenzmesser konstruiert und wurde im VEB Mikroelektronik Erfurt gebaut. Das Druckwerk TSD16/1 selbst stammt vom Büromaschinenwerk Sömmerda.

Der G3287 war ein Zeilendrucker, der gleichzeitig eine über die gesamte Zeile gehende Punktreihe druckte. Sieben dieser Punktreihen untereinander ergaben dann die Buchstabenzeile, wofür der Drucker ca. ½ Sekunde brauchte.
Gedruckt wurde auf Thermopapierrollen mit 5,7 cm Breite (Kassenrollen), wobei 17 Zeichen nebeneinander dargestellt werden konnten.


Thermostreifendrucker G3287

Rückansicht des G3287

G3287, Ansicht von oben

Während die meisten anderen Drucker die ankommenden Daten unverändert aufs Papier brachten, verändern die G3xx7-Drucker aktiv die ankommenden Daten. Dies war notwendig, da die Messgeräte damals nicht die notwendige Elektronik besaßen, um selbst eine Druckformatierung vorzunehmen. Es wurden daher lediglich die Messwertziffern an den Drucker übertragen, die der Drucker, abhängig von seiner Betriebsart, durch entsprechende Einheitensymbole ergänzte. Jedem Messwert wurde dabei 1 Drucker-Zeile zugeordnet. Außerdem erfolgte eine Zählung der Messwerte durch den Drucker (Numerator), die auf Wunsch mit gedruckt werden konnte. Ein freier Textdruck hingegen war nicht möglich. Erst mit dem Nachfolgemodell G3407 wurde diese Schranke überwunden.

Die Ansteuerung des Druckwerkes erfolgte über ein BCD-codiertes Interface nach dem Standard SI 1.2 (IMS-1).

Über die Bedienschalter konnte eine Pausezeit zwischen den Messwerten (der Drucker forderte danach ggf. den nächsten Messwert an) sowie der Neubeginn der Messwertserie nach einer bestimmten Anzahl von Messungen vorgenommen werden.

Einen Selbsttest (Testdruck) gab es bei diesem Modell nicht.

Von diesem seltenen Gerät sind heute noch 4 Exemplare bekannt, allerdings keins mehr in Funktion.


Drucker G3407

(Alias G 3407, G-3407)

Dieser Drucker wurde als Ausgabegerät für Messtechnik, z.B. Digitalvoltmeter oder Frequenzmesser konstruiert, wurde ebenfalls im VEB Mikroelektronik Erfurt gebaut und war vermutlich der Nachfolger des G3287.

Er enthielt ein Druckwerk TSD16 (Büromaschinenwerk Sömmerda), das Thermopapierrollen mit 5,7 cm Breite (Kassenrollen "Addi", Hersteller: Papierwerk Heiligenstadt) bedruckte.
Das Druckwerk erzeugte dabei gleichzeitig eine über die gesamte Zeile gehende Punktreihe. Sieben dieser Punktreihen untereinander ergaben dann die Buchstabenzeile, wofür der Drucker ca. ½ Sekunde brauchte).
Der Zeichensatz dieses Druckers war fest vorgegeben (64 Zeichen: Großbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen). Zeichencodes außerhalb dieser 64 Zeichen wurden zur Fehlerkennzeichnung als schwarzes Kästchen ausgegeben. Pro Zeile konnten maximal 16 Zeichen stehen.


Thermostreifendrucker G3407

Rückansicht des G3407

Innenansicht des G3407

Gedruckt wurde entweder bei Eingang eines Zeilenendezeichens oder sobald der Datenpuffer voll war. Der Drucker besaß ein Softwareprogramm, das alternativ zur Ausgabe freien Textes die Messwerte in 1-zeiliger und 2-zeiliger Ausgabe umformatieren konnte und somit die Datenquelle von dieser Arbeit befreite. Dafür besaß der G3407 einen Zähler (Numerator) für die Anzahl der Messungen, der auf Wunsch mit ausgedruckt wurde. Der Maximalwert des Numerators (also der Wert, wo er von selbst auf 1 zurücksprang, verbunden mit der Ausgabe einer Leerzeile) konnte mit einem Einstellrad vorgegeben werden. Eine softwareseitige Rücksetzung des Numerators war ebenfalls möglich.
Ein weiteres Einstellrad an der Gerätevorderseite diente zur Einstellung einer Verzögerungszeit (0 s / 1 s / 2 s / 5 s / 15 s / 30 s / 1 min / 2 min / 3 min / 5 min). Nach Ablauf dieser Zeit forderte der Drucker vom Messgerät jeweils ggf. die nächste Messung an.
Das dritte Einstellrad diente zur Auswahl der Betriebsart. Dabei bedeutete:

0Einzeilige Ausgabe: Messwert/Text (16-stellig) ohne Zähler
1Zweizeilige Ausgabe: erste Zeile=Zähler (dreistellig), zweite Zeile=Messwert (16-stellig)
2Einzeilige Ausgabe: Zähler (3-stellig) vor dem Messwert (12-stellig), durch ein Leerzeichen getrennt
9Selbsttest

Eine Papierende-LED, eine Fehler-LED (Fehlernummern wurden zusätzlich auch ausgedruckt) sowie ein Taster zum Rücksetzen des Messungen-Zählers komplettierten das Bedienfeld.

Schnittstelle

Als Schnittstelle wurde das IMS-2-Interface (IEC625-Bus) benutzt. Um den Drucker im Geräteverbund zu adressieren, konnte entweder die Druckeradresse am Drucker per Schalter fest eingestellt werden oder die Druckeradresse wurde von einer speziellen Steuereinheit (Controller) für alle Geräte vergeben. Außer einer Kopplung an Messgeräte war auch eine mit der Messtechnik-Variante des A5120 möglich.

Selbsttest

Der Drucker besaß einen Selbsttest, der den gesamten Zeichenvorrat des Druckers druckte.
Handgriffe für den Selbsttest: Betriebsart=9, Schalter "lon"=off, Drucker einschalten, Schalter "Test" einschalten und wieder ausschalten.


Beispieldruck (Selbsttest) des G3407

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 2 Exemplare bekannt.


Drucker TD40

(Alias TD 40, TD-40)

Über diesen seltenen Drucker aus dem Büromaschinenwerk Sömmerda ist leider nur wenig bekannt.
Er wurde von 1983-1990 in einer Stückzahl von nur 2052 Geräten produziert.
Der TD40 war ein grafikfähiger Thermozeilendrucker mit 240 Heizpunkten. Der Druckkopf nannte sich ITK240 und hatte eine Auflösung von 3 Punkten/mm.
Als Schnittstellen waren V.24, IFSS und Centronics verfügbar. Ursprünglich war das Gerät für die französische Firma Alcatel als Ausgabedrucker für deren Teletex-System geplant.


Thermodrucker TD40

Heute gilt der TD40 als ausgestorben.


Druckwerk TSD16

(Alias TSD 16, TSD-16)

Unter diesem Namen wurden vom Büromaschinenwerk Sömmerda, Betriebsteil Halberstadt zwischen 1980 und 1990 gehäuselose Thermo-Streifen-Druckwerke für den OEM-Einsatz verkauft. Insgesamt wurden 34508 Einheiten gebaut.


Thermodruckwerk TSD16/1

Thermodruckmodul TSD16/2

Leiterplatte des TSD16/2

Mögliche Einsatzgebiete waren: Die Breite der Thermopapierrolle betrug 57 mm (Kassenrolle). Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei 2 Zeilen/Sekunde, wobei 16 Zeichen/Zeile gedruckt werden konnten.
Die Zeichen wurden aus einem Raster von 5x7 Punkten gebildet.

Vom TSD16 gab es 2 Varianten: Vom TSD16/1 sind heute noch 2 Exemplare bekannt, vom TSD16/2 nur noch 1 Exemplar.


Druckwerk BLD160

(Alias BLD 160, BLD-160)

Der BLD160 war eine Auftragsentwicklung für den bundesdeutschen Waagenhersteller Bizerba.
Er enthielt einen Thermozeilendruckkopf Typ ITK160 mit 160 Punkten Breite, derselbe Druckkopf wie im K6306.
Neben Buchstaben und Ziffern konnte der Drucker auch Vollgrafik darstellen.


Thermodrucker BLD160

Thermodrucker BLD160

Druckkopf "TDK240" des BLD160



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