Computer Robotron A5130

(Alias A 5130, A-5130, BC 5130, BC5130, BC-5130)

Dieser 8-Bit-Rechner wurde in den 1980er Jahren im VEB Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt gebaut und erstmals 1983 auf der Leipziger Messe vorgestellt.
Ähnlich wie der A5110 war auch der A5130 als kompletter Sitzarbeitsplatz ausgeführt. Äußerlicher Unterschied zum A5110 war die vom Drucker abgesetzte Tastatur.


Computer A5130

Computer A5130

Sein Haupteinsatzgebiet war die normale Büroarbeit (Textverarbeitung, Kalkulationen, Dankenbankarbeit), dank des eingebauten Druckers vorwiegend für papierintensive Anwendungen.

Durch das großzügige Platzangebot im Rechner und die groß dimensionierte Stromversorgung konnte der A5130 zum leistungsfähigsten Rechner der A51x0-Serie (zu der auch A5110 und A5120 gehörten) ausgebaut werden.


Hardware

Inwendig war der Rechner mit K1520-Slots bestückt, die eine freie Verwendung des großen Angebots an K1520-Platinen ermöglichten. Als Druckwerk wurde entweder ein Typenraddrucker SD1152/252 oder ein Nadeldrucker SD1157 eingesetzt.


Typenrad im A5130-Druckwerk.

Der Bildschirm war ein speziell aufgehängter K7222. Einige Geräte wurden mit zwei Bildschirmkarten bestückt, per Umschalter konnte dann die Bildschirmausgabe zwischen 84x24 Zeichen und 64x16 Zeichen umgeschaltet werden.
Die Tastatur hieß K7636.41 und wurde nur in diesem Rechner verwendet.
Als ZVE wurde die vom A5120 bekannte K2526 (2 Prozessoren UA880, 2,2 MHz) benutzt.
Die Speicherbestückung wurde mit der 64k-Platine realisiert. Für das Betriebssystem SIOS konnte der Speicher auch auf 112 KByte aufgerüstet werden.


Innenansicht des A5130.
Links die Netzteile, rechts die K1520-Slots.

Innenansicht des A5130 (Platinenslots). Oben links der Lüfter,
Oben rechts der Umschalter für die Bildschirmkarten.

Als Speichermedien kamen 8-Zoll-Diskettenlaufwerke MF6400 (vier Stück im Beistellgerät), 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerke K5600.10 (vier Stück links am Tisch hängend) und Magnetkassettenlaufwerke K5200, auch in Kombination, zum Einsatz. Neuere Rechner wurden mit den moderneren 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken K5601 bestückt.


A5130 mit 8-Zoll-Diskettenstation

A5130 mit 5¼-Zoll-Diskettenlaufwerken

Es gab Rechnerversionen, die über eine zweite Sloteinheit mit einem Magnetbandcontroller verfügten. Er ermöglichten den Anschluss eines C5300.01-Spulenmagnetbandlaufwerkes ein einem Beistellgefäß. So ausgerüstete Rechner wurden meist im Großrechnerumfeld als Datenerfassungsgerät bzw. Konvertiermaschine eingesetzt.


A5130 mit Kassettenlaufwerk, Bandlaufwerk und Diskettenlaufwerk.



Platinenbestückung

K-Name Platine Kürzel Bedeutung des Kürzels Erläuterung
K2526 062-8110 ZRE Zentrale Recheneinheit Prozessoreinheit
K5122 062-8390 AFS Anschlusssteuerung für Folienspeicher Floppycontroller
K8025 062-8440 ASS Adapter für serielle Systeme Schnittstellen 3x IFSS, 1xV.24, auch für die Tastatur
K3526 062-8600 OPS Operationsspeicher 64 KByte RAM
K7024 012-6820 ABS Adapter für Bildschirm Bildschirmkarte 80x24 Zeichen
K7023 012-6830 ABS Adapter für Bildschirm Bildschirmkarte 63x16 Zeichen



Start des Rechners

Der Netzschalter befindet sich auf der Tastatur (grüne Taste).

Der A5130 wird durch 1-maliges Drücken des Netztasters eingeschaltet. Alternativ dazu kann er auch automatisch durch den Verbindungsaufbau eines Modems oder einer GDN eingeschaltet werden.
Zu beachten ist, dass nach dem Ausschalten und nach dem Stecken des Netzsteckers der Einschalter für 15s blockiert ist.

Der Rechner sucht anschließend einmalig auf allen Diskettenlaufwerken und Kassettenlaufwerken nach einem Betriebssystem. Hat er eine geeignete Diskette oder Kassette gefunden, bootet er von dieser. Welches Laufwerk zum Booten benutzt wird, ist egal.
Erst das geladene Betriebssystem löscht den Bildschirm. Davor stehen also Zufallszeichen auf dem Bildschirm.

Einen RESET des Rechners macht man durch 2-maliges Drücken der Netztaste.

Das Ausschalten des Rechners erfolgt durch 3-maliges Drücken der Netztaste.
Alternativ dazu ist ein softwaregesteuertes Ausschalten möglich.


Software

a) Betriebssysteme

Verbreitung

Bedingt durch seine Größe und damit seine Unhandlichkeit konnte sich der A5130 nie richtig gegen seinen kleinen Bruder A5120 durchsetzen.
Der Preis des A5130 lag anfangs bei 97.900 Mark. 1987 war er auf 52.152 Mark gefallen.

Der A5130 wurde (ebenso wie der A5120) wurde unter der Bezeichnung EC8577 in das ESER-System eingegliedert.

Von diesem seltenen Rechner sind heute nur noch 3 Exemplare bekannt, erfreulicherweise zwei noch (oder wieder) in funktionsfähigem Zustand. Eins davon befindet sich im Rechenwerk Computermuseum Halle.




Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de