VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis

Diese Firma im Thüringischen Zella-Mehlis war einer der traditionsreichsten und vielseitigsten Rechentechnikhersteller der DDR. Bis in die 60er Jahre hinein war die Produktion mechanischer bzw. elektromechanischer Rechentechnik sowie der von Schreibmaschinen dominierend. Dann stieg das Werk auf elektronische Rechentechnik um, beginnend mit dem Rechner SER, gefolgt von der C820x-Serie samt der zugehörigen Lochband- und Lochkartentechnik. So stammten z.B. die Lochbandgeräte daro 1210 und daro 1215 von dort.
In den 70er Jahren kam die Produktion der Magnetkassettentechnik hinzu, z.B. daro1250, daro1254, in den 1980er Jahren K5200, K5221 und K5261.

In den 1970er Jahren setzte die Firma ihren Schwerpunkt hin zur Entwicklung und Produktion von Industrierechnern (Thema Betriebsdatenerfassung): Datenerfassungssysteme HADES, R4230, A5220, A5222 und A5230, die Betriebsdatenterminals K8901, K8902, K8905 und K8906, die Rechner PBT4000 und MRES, die Terminals K8911, K8912, K8913, K1914, K8917 und der Bürocomputer K8915.


Robotron-Hauptgebäude, 13 Jahre nach der Stilllegung

Robotron-Hauptgebäude, kurz vor dem Abriss 2005

Robotron-Gebäude, 13 Jahre nach der Stilllegung

Das Ende des Werkes

Im Zweigwerk in Meiningen erfolgte die Produktion der Tischrechner K1001, K1002 und K1003, der Festplatteneinheiten K5501 und K5502 sowie der Einbau-Festplatten K5504.20, K5504.50 und K5504.80.

An Konsumgütern produzierte Zella-Mehlis die Rundfunkgeräte "Werra" und "Progress" sowie Motoren für Küchengeräte.

Bis zur Eingliederung in das Kombinat Robotron 1979 sowie in der Zeit nach 1989 benutzte Zella-Mehlis das Logo "Cellatron" für seine Geräte.



Das Werk brachte eine eigene Werkzeitung namens "Der Kontakt" heraus.

Ehemalige Mitarbeiter von Zella-Mehlis und Meiningen, meldet Euch bitte. Wir haben viele Fragen zu den damaligen Produkten.


Chronik

In der Blütezeit des Werkes waren 4500 Mitarbeiter beschäftigt. Seit dem Ende der DDR ging es mit dem Werk abwärts: die Produkte fanden trotz Anstrengungen zur Modernisierung keinen Absatz mehr. Auf den Konkurs der Firma folgte der Abriss der Gebäude. Heute (2010) zeugt noch stumm das ehemalige Mercedes-Verwaltungsgebäude mit zugenagelten Fenstern von den Leistungen der Thüringer bei der Entwicklung der Rechentechnik.


Abgesehen von diesem Haus, über dessen Portal noch
die Schrift "Mercedes Büromaschinenwerk" zu sehen ist,...

...sind die Gebäude des Hauptwerks mittlerweile abgerissen
und das Gelände planiert. Hier stand einmal das Werk.

Zu Robotron Elektronik Zella-Mehlis als Stammwerk gehörten: Im Werk 3 Altendambach wurden z.B. die Kassettenmagnetbandgeräte K5200, die Kassettenmagnetbandeinheiten K5221 / K5261, bis Mitte der 1980er Jahre Lochband-Auf- und Abspuler und Fernschreiberbaugruppen für das damalige Gerätewerk Karl-Marx-Stadt gefertigt. Ab ca. 1984/85 kam dann die Fertigung der Schaltnetzteile K0361.xx (50W), K362.xx (100W) und K310.xx hinzu. Diese wurden bis zur Wende in großen Stückzahlen hergestellt. Im Jahr 1988 begann die Überleitung eines Zeiterfassungs- und Zutrittsterminals "ZEUS", welches bis zur Wende aber nur in kleinen Stückzahlen gefertigt wurde. Das Werk in Altendambach existiert bis heute als TeleFrank GmbH weiter und stellt Frankiermaschinen, Schaltnetzteile und andere elektronische Baugruppen her.

Das ehemalige Werk 4 Steinbach-Hallenberg existiert ebenfalls weiter, als MegaPlast GmbH (Kunststoffspritzerei).


Ehemalige Adressen

6060 Zella-Mehlis, Straße der Antifa 61-66
6060 Zella-Mehlis, Meiniger Straße 31
6051 Altendammbach, Am Wildengrund 1


Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de