Lochkartentechnik

Lochkarten wurden als Speichermedium für Programme und Daten hauptsächlich im Großrechner-Umfeld verwendet.
Als Speichermedium wurden Pappkarten verwendet, in die die Daten in Form von Löchern mechanisch hineingestanzt wurden.
Auf 1 Lochkarte passten 80 Zeichen. Jedes Zeichen konnte theoretisch aus nebeneinander liegenden 12 Löchern gebildet werden. Ziffern waren allerdings nicht binär codiert sondern dezimal: es war also für die Ziffern 0-9 jeweils nur 1 Loch vorgesehen, was einem maschinenlosen Lesen der Karten entgegen kam.
Wurden Lochkarten zum Speichern des Quelltextes von Programmiersprachen benutzt, befand sich auf 1 Lochkarte üblicherweise 1 Befehl, also 1 Programmzeile.

Gelesen wurden Lochkarten entweder fotoelektrisch (d.h. jeder Lochspur war eine Lichtschranke zugeordnet) oder elektrisch (mittels Metallbürsten wurde ein Stromfluss durch die Löcher erzeugt).


Lochkartenleser

(Alias LKL)

Lochkartenleser daro 1220

Dieses Gerät wurde in den 1970er Jahren vom Secura-Werk in Berlin gebaut und stellte einen Lochkartenleser als Einbauvariante dar.
Der daro 1220 wurde vom VEB Robotron-Elektronik Zella-Mehlis als "Erweiterung Lochkartenleser C8259" an den Rechnern C8205 und C8205Z sowie für den Rechner daro 1840 angeboten. Die Lieferung erfolgte mit einem Beistell-Tisch-Gehäuse ca. 70x45 cm, in dem auch die Koppelelektronik mit Netzteil untergebracht war. Der Anschluss an den C8205Z erfolgte über einen UEK (Universaleingabekanal).

Die Lochkarten wurden als Stapel von bis zu 500 Karten in das Gerät eingelegt und wanderten nach dem Lesen in einen Ausgabeschacht. Das Lesen erfolgte fotoelektrisch mit einer Geschwindigkeit von 270 Zeichen/s.
Der Transport der Lochkarten geschah mit einer Geschwindigkeit von 600 mm/s, was etwa 160 Karten pro Minute entspricht.


Lochkartenleser daro 1220

Das daro 1220 arbeitete normalerweise mit dem R300-Lochkartencode, am C8205 aber auch mit einem russischen Lochkartencode.

Das Gerät hatte ein gerätespezifisches Interface; der Anwender musste sich also den notwendigen Controller für seinen Rechner ggf. selbst entwerfen. Da das daro 1220 keine eigene Stromversorgung besaß, mussten die 3 Betriebsspannungen ebenfalls vom Rechner bereitgestellt werden. Das Gewicht des Gerätes betrug 65 kg.

Vermutlich sind die daro 1220 heute ausgestorben.


Lochkartenleser K6202

(Alias K 6202, K-6202)

Dieses Gerät diente zum Lesen von Einzel-Lochkarten.
Genauere Informationen liegen leider noch nicht vor.


Lochkartenleser CR600

(Alias CR 600, CR-600)

Bei diesem Gerät handelt es sich um ein Importgerät aus Ungarn von der Firma Videoton.
Der CR600 konnte Stapel von bis zu 600 Karten verarbeiten, für die er 1 Minute benötigte.


Lochkartenleser CR600

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über ein Spezial-Interface.

Der CR600 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartenleser EC6012

(Alias EC 6012, EC-6012)

Dieses in der Sowjetunion hergestellte Gerät wurde in Verbindung mit dem Großrechner EC1040 eingesetzt und diente der Verarbeitung 45-spuriger und 80-spuriger Lochkarten mit einer Geschwindigkeit von 500 Karten/Minute.
Zum Lesen wurden die Karten aus einem 1000-Karten-Magazin entnommen und in ein weiteres 1000-Karten-Magazin abgelegt. Das Lesen der Daten erfolgte fotoelektrisch. Auf Wunsch wurden die Daten mit einem internen Codeumsetzer vom KPK-12-Code (Standard-Lochkartencode) in den 8-Bit-DKOI-Code umgewandelt.

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte über den Multiplexkanal oder Selektorkanal.


Lochkartenleser EC6016

(Alias EC 6016, EC-6016)

Dieses Gerät wurde im Zusammenspiel mit Großrechnern, speziell den Rechnern der R4000 Serie sowie dem EC1055 eingesetzt.
Das Gerät konnte Lochkartenstapel mit bis zu 2000 Karten verarbeiten.
Die Lesegeschwindigkeit von 1000 Karten / Minute war für die damalige Zeit eine sehr gute Leistung.


Lochkartenleser EC6016

Die Kopplung mit dem Rechner erfolgte mit dem Interface SIF ESER.

Der EC6016 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartenleser EC6019

(Alias EC 6019, EC-6019)

Dieses Gerät wurde an den Großrechnern EC1055 und EC1057 eingesetzt.


Lochkartenleser EC6019

Die Lesegeschwindigkeit betrug 1000 Karten/Minute.


Lochkartenleser EC6019M

(Alias EC 6019M, EC-6019M, EC 6019 M, EC-6019-M)

Bei diesem Gerät scheint es sich um den Nachfolger des EC6019 zu handeln.


Lochkartenleser EC6019M

Technische Daten liegen leider noch nicht vor.


Lochkartenstanzer

(Alias Lochkartenlocher, LKS)

Magnetlocher Soemtron 413

Dieses elektrisch betriebene Gerät wurde ab 1957 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und diente der manuellen Erstellung numerischer Lochkarten ohne eine Kopplung mit einem Rechner.


Magnetlocher 413

Geöffneter Magnetlocher, von oben

Geöffneter Magnetlocher, von unten

Tastatur des Magnetlochers

Lochkartenbahn und Stanzwerk

Die Lochkarte war auf die Kartenbahn aufzulegen und mit dem Handhebel in das Gerät zu schieben. Anschließend waren die Zahlen einzutasten (Buchstaben waren nicht möglich). Mit den Tasten wurden intern nur Kupplungen zu den Stanzstößeln hergestellt, der eigentlichen Stanzvorgang erfolgte automatisch beim Weitertransport der Karte durch die Elektromagneten des Vorschub-Schrittwerkes. Dadurch konnten die Tasten ohne Kraftaufwand gedrückt werden.

Die aktuelle Spalte der Lochkarte wurde durch einen mitwandernden Zeiger angezeigt, hinter den eine Legende für den Sinn der betreffenden Spalte gesteckt werden konnte.

Sollte die Lochkarte nicht von Anfang an gelocht werden, konnte mit einem Schieber gleich nach dem Einlegen der Lochkarte die richtige Stelle angesprungen werden. Außerdem besaß das Gerät hinter einer Klappe im versteckt 80 verschiebbare Nippel, mit denen man Bereiche "Programmieren" konnte, die beim Vorrücken des Gerätes übersprungen werden sollten.

Neben den Zifferntasten hatte das Gerät eine Taste zum Überspringen einer Spalte sowie eine Auswurftaste, die zu betätigen war, wenn alle Spalten geprüft waren.

Der Magnetlocher benötigte den ungewöhnlichen Stromanschluss von 110V Gleichspannung, der üblicherweise zentral für das Rechenzentrum bereitgestellt wurde. Ohne Stromanschluss war das Gerät nicht nutzbar.

Sollten größere Mengen an Lochkarten gestanzt werden, nahm man anstelle des 413 besser den Lochkartenstanzer 415. Zur Kontrolle der auf dieser Weise eingegebenen Werte wurde der Magnetprüfer 423 benutzt, der vom Aufbau her viele Teile mit dem 413 gemeinsam hatte.

Vom 413 ist heute nur noch zwei Exemplare bekannt.


Lochkartenstanzer Soemtron 415

(Alias Motorlocher, daro415)

Mit diesem Gerät, das von 1967-1982 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 44041 Geräten produziert wurde, konnten Daten per Schreibmaschine eingetippt und autonom in Lochkartenform ausgegeben werden.
Die so erstellten Lochkarten wurden entweder in Buchungsmaschinen oder auf Großrechnern weiterverarbeitet.
Das Lochkartenmagazin hatte eine Kapazität von 500 Karten.
Die Verarbeitung erfolgte maximal mit einer Geschwindigkeit von 20 Spalten/s (4 Sekunde/Lochkarte), was aber praktisch wegen der geringeren Eintippgeschwindigkeit nie erreicht wurde.
Die Belegung der Tastatur konnte kundenspezifischen Wünschen angepasst werden.


Arbeit am Lochkartenstanzer daro 415

Arbeit am Lochkartenstanzer daro 415

Der 415 gilt heute als ausgestorben.


Schreiblocher Soemtron 416

(Alias Motorlocher, daro416)

Dieses Gerät ähnelte dem Daro 415, konnte aber zusätzlich Klartextinformationen auf die Lochkarte drucken.
Hersteller war wieder das Büromaschinenwerk Sömmerda. Das Kartenmagazin konnte 200 Lochkarten aufnehmen, die Verarbeitungsgeschwindigkeit betrug maximal 20 Spalten/s (4 Sekunden/Lochkarte). was aber praktisch wegen der geringeren Eintippgeschwindigkeit nie erreicht wurde.


Schreiblocher 416

Arbeit am Schreiblocher 416

Schreiblocher 416

Parallel zum Stanzen der Daten druckte der daro415 mittels eines SD1156-Druckkopfes die Daten im Klartext auf die Lochkarte.


Lochkartenstanzer EC7010

(Alias EC 7010, EC-7010, Motorlocher)

Dieses in der Sowjetunion hergestellte Gerät wurde in Verbindung mit den Großrechnern EC1040 und EC1055 eingesetzt und diente zur Lochung 80-spaltiger Lochkarten.
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit betrug 100 Spalten/Sekunde (1,25 Karten/s)
Die Lochkarten wurden aus 1 Zuführmagazin (max. 700 Karten) geholt und in zwei Magazine (jeweils max. 700 Karten) abgelegt.

Die Kopplung mit dem Großrechner erfolgte über den Multiplexkanal oder Selektorkanal. Der EC7010 verfügte über einen interne Pufferspeicher von 256 Byte, nach dessen Füllung das Gerät kurzzeitig die Verbindung zum Großrechner freigab und selbständig stanzte. Dadurch wurden die Wartezeiten des Rechners gesenkt.

Der EC7010 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartenstanzer EC7014

(Alias EC 7014, EC-7014, Motorlocher)

Dieses Gerät wurde in Verbindung mit dem EC1055-Großrechner eingesetzt.


Die Verarbeitungsgeschwindigkeit betrug 160 Spalten/Sekunde (1,5 Karten/s)
Die Lochkarten wurden aus 1 Zuführmagazin (max. 1500 Karten) geholt und in 2 Ablagemagazine (jeweils max. 1400 Karten) abgelegt.
Der interne Pufferspeicher des in der ČSSR (Tschechien) gebauten Gerätes betrug 240 Byte.


Lochkartenstanzer daro 1222

Dieses Gerät diente an Kleindatenverarbeitungsanlage daro 1840 zur Erstellung von Lochkarten.

Er verarbeitete 80-spaltige Lochkarten mit einer Geschwindigkeit von 20 Zeichen pro Sekunde und verfügte über Kartenzuführ- und Ablagemagazine für 500 Lochkarten. Der datenseitige Anschluss erfolgte über eine SIF1000-Schnittstelle.

Der Stanzer war als Standgerät ausgeführt und hatte ein Gewicht von 150 kg.

Der Stanzer 1222 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartenstanzer daro 1225

Dieses Gerät diente am Betriebsdatenerfassungssystem daro 1600 sowie an den Kleindatenverarbeitungsanlagen daro 1820 und daro 1840 zur Erstellung von Lochkarten und Lochkennkarten.


Lochkartenstanzer 1225

Mechanisch getrennt vom Stanzgerät gab es eine numerische Tastatur, die zur Einstellung des Codes diente. Durch eine freie Einstellbarkeit des Lochkartencodes war der 1225 auch außerhalb des Systems daro 1600 einsetzbar.

Die Stanzgeschwindigkeit lag bei sechs Zeichen pro Sekunde, angesteuert über eine SIF1000-Schnittstelle. Die Abmessungen des Gerätes betrugen 606x255x370 mm bei einem Gewicht von 32 kg. Andere Quellen sprechen von 150 kg Gewicht.

Der Stanzer 1225 gilt heute als ausgestorben.


Summenlocher Soemtron 440

Dieses Gerät wurde ab 1961 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und diente in Kopplung mit Tabelliermaschinen zur Ausgabe der Rechenergebnisse.

Der 440 gilt heute als ausgestorben.


Summenlocher Soemtron 441

Dieses Gerät wurde ab 1967 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und diente in Kopplung mit Tabelliermaschinen zur Ausgabe der Rechenergebnisse.

Der 441 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartenprüfer

Grundlage des der Lochkartenprüfung war die Annahme, dass bei zweimaliger Eingabe der Werte durch unterschiedliche Personen keine identischen Eingabefehler passieren. Dazu waren die Ursprungsdaten also nochmals manuell einzutippen, bei Nicht-Übereinstimmung der Werte erfolgte eine Anzeige.

Lochkartenprüfer Soemtron 423

Dieses elektrisch betriebene Gerät wurde ab 1957 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und diente Überprüfung der (meist mit dem Magnetlocher 413) auf einer numerischen Lochkarte eingegebenen Werte. Eine Kopplung mit anderen Geräten gab es nicht. Äußerlich war der Lochkartenprüfer nicht groß, hatte aber aufgrund des massiven Gussrahmens ein überraschend hohes Gewicht.


Magnetprüfer 423

Die Abtastbürsten. Die Stahlwalze darunter bildet den Gegenpol.

Die Lochkarte war auf die Kartenbahn aufzulegen und mit dem Handhebel in das Gerät zu schieben. Anschließend waren die Zahlen einzutasten (Buchstaben waren nicht möglich). Bei Übereinstimmung rückte die Lochkarte zur nächsten Stelle. Der Vortrieb dazu wurde durch ein per Elektromagneten angetriebenes Schrittwerk realisiert. Ein zweiter Elektromagnet senkte im richtigen Moment die Abtastbürsten auf die Lochkarte. Der Stromfluss der Abtastbürsten durch die Lochkarte führte in Verbindung mit Schaltkontakten, die mit den Tasten gekoppelt waren, zur Auswertung der Daten.


Unterseite des Gerätes mit den Vorschubmagneten

Die Programmiernippel zum Überspringen bestimmter Spalten

Die aktuelle Spalte der Lochkarte wurde durch einen mitwandernden Zeiger angezeigt, hinter den eine Legende für den Sinn der betreffenden Spalte gesteckt werden konnte.

War die Lochkarte nicht von Anfang an gelocht, konnte mit einem Schieber gleich nach dem Einlegen der Lochkarte die richtige Stelle angesprungen werden. Außerdem besaß das Gerät hinter einer Klappe im versteckt 80 verschiebbare Nippel, mit denen man Bereiche "Programmieren" konnte, die beim Vorrücken des Gerätes übersprungen werden sollten.

Die Zifferntasten waren gegeneinander verriegelt, es konnte also immer nur 1 gedrückt werden. Es gab zwei Tasten für Sonderlochungen, von denen jeweils 1 zusammen mit den Zifferntasten gedrückt werden konnte. Außerdem hatte das Gerät eine Taste zum Überspringen einer Spalte sowie eine Auswurftaste, die zu betätigen war, wenn alle Spalten geprüft waren.
Der Hersteller sah vor, die Tasten blind zu bedienen und den Blick stattdessen auf dem Vorlagepapier zu halten. Seltsamerweise hielt es der Hersteller nicht für notwendig, die Tasten zu beschriften, was Anfängern ohne Handbuch den Einstieg nicht leicht machte.

Der Magnetprüfer benötigte den ungewöhnlichen Stromanschluss von 110V Gleichspannung, der üblicherweise zentral für das Rechenzentrum bereitgestellt wurde. Ohne Stromanschluss war das Gerät nicht nutzbar.

Für größere Mengen Lochkarten nahm man anstelle des 423 besser den Lochkartenprüfer 425.

Vom 423 ist heute nur noch drei Exemplare bekannt.


Lochkartenprüfer Soemtron 425

Mit diesem Gerät, zwischen 1967 und 1982 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 16402 Geräten produziert, wurde eine Überprüfung der Lochkarten vorgenommen.
Die Lochkarten waren vorher mit einem Stanzgerät (z.B. dem Schreiblocher daro 416) anhand einer Papiervorlage erstellt worden. Um Eingabefehler zu minimieren, musste eine zweite Person dieselben Daten nochmals am Lochkartenprüfer eingeben. Diese Werte wurden dann mit der bereits gelochten Karte verglichen. Stimmten die Werte nicht überein, leuchtete eine Signallampe auf und das Gerät stoppte die Verarbeitung. Je nach dem, ob der Fehler auf der Lochkarte war oder ob es ein eigener Eingabefehler war, konnte der alte oder neue Wert übernommen werden. In jedem Fall wurde bei dieser Arbeit die Lochkarte dupliziert. Es lagen also nach der Prüfung eine neue fehlerfreie Lochkarte und die alte (möglicherweise fehlerbehaftete) Lochkarte vor, letztere wurde dann entsorgt.
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei maximal 20 Spalten/s (4 Sekunden pro Lochkarte), was für die manuelle Eingabe mehr als genug war.


Lochkartenprüfer daro 425

Arbeit am daro 425



Kombigeräte

Lochkartengerät Soemtron 429

Dieses Gerät vereinigte einen Lochkartenleser und einen Lochkartenstanzer und wurde im Zusammenspiel mit dem Großrechner R300 verwendet.
Es wurde von 1968-1971 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 371 Exemplaren gefertigt. Außerdem diente das 429 zur Lochkarten-Aussortierung anhand bestimmter Kriterien (damals als "Mischen" bezeichnet).
Die beiden schrägen Rampen sind die Lochkarten-Zufuhrmagazine. Die Kartenablage erfolgte in fünf Ablagefächern
Die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei 300 Karten/Minute. Um die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Lochkartengerät und Rechner anzupassen, war im Lochkartengerät ein Zwischenspeicher eingebaut. Die Abtastung der Lochkarten beim Lesen erfolgte elektromechanisch über Metallbürsten.


Schreib-Lesegerät 429



Lochkartensortierer und Tabelliermaschinen

(Lochkartensortiermaschine)

Lochkartensortierer daro 431

Lochkartensortierer dienten dem Aussortieren von Lochkarten nach bestimmten Kriterien. Im Gegensatz zu Tabelliermaschinen konnten Lochkartensortierer nicht aufsummieren.
Der Sortierer "431" wurde ab 1957 vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert und erreichte eine Geschwindigkeit von 32000 Lochkarten pro Stunde.


Lochkartensortierer 431

Vom 431 hat anscheinend bis heute nur 1 Exemplar überlebt.


Lochkartensortierer daro 432

Der Sortierer "432" wurde ebenfalls ab 1957 im Büromaschinenwerk Sömmerda gefertigt. Er erreichte eine Geschwindigkeit von 42000 Lochkarten pro Stunde und besaß gegenüber dem Gerät 431 eine Einrichtung, die als "Kontensucher" bezeichnet wurde.


Arbeit am Lochkartensortierer 432

Der 432 gilt heute als ausgestorben.


Lochkartensortierer daro 433

Der Sortierer "433" wurde ebenfalls Büromaschinenwerk Sömmerda gefertigt. Es verfügte über Datenanschlüsse zum Auslesen der Karten (zwei 80-stellige Bürstensätze) und wurde im Zusammenspiel mit einer elektronischen Rechenmaschine bzw. einem Drucker verwendet.

Vom 433 hat bis heute vermutlich nur 1 Exemplar überlebt. Es wurde im Zuge der Bergungsaktion Dortmund sichergestellt.


Lochkartensortierer daro 434

Der Sortierer "434" wurde von 1967-1979 im Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 2927 Exemplaren gefertigt. Das Gerät arbeitete autonom, das Sortierkriterium wurde durch eine bewegliche Abfühlbürste eingestellt und erreichte eine Geschwindigkeit von 42000 Lochkarten pro Stunde. Gegenüber dem Gerät 432 verfügte der 434 über eine Zählvorrichtung für Lochkarten.


Lochkartensortierer 434

Lochkartensortierer daro 434

Blick in die Kartenführungsbahn des 434

Der 434 gilt heute als ausgestorben.


Tabelliermaschine 401

Tabelliermaschinen waren autonom arbeitende Geräte, die Lochkarten mit bestimmten Daten suchten und deren Werte ausdruckten.
Die Tabelliermaschine "401" wurde von 1957-1972 vom Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 433 Exemplaren produziert.


Tabelliermaschine 401

Tabelliermaschine 401, geöffnet

Die Abtastung der Lochkarten erfolgte mittels Bürsten.
Die 401 konnte mittels Blockzähler (1 Block hatte 12 Stellen, die durch Zahnräder realisiert wurden) addieren und subtrahieren. Ein Übertrag war dabei auch möglich. Die Blockzähler wurden ausgehend von einer zentralen Welle in 2 Ebenen an der Vorderseite und Rückseite zu einem bestimmten Index über Zahnradstangen eingekuppelt und verriegelt. Für jeden Zähler war ein Rutschkupplungsegment vorhanden, dadurch wurde eine Zerstörung der Zähne auf den Wellensegmenten bei einem eventuellen Blockieren des Zählers verhindert.

Negative Zahlen wurden mit dem Komplementärwert zu 9 gerechnet.
Die Zahnradumschaltung erfolgte durch ein Überbit in der Lochkarte mittels Magnet. Die Steuerung der Tabelliermaschine erfolgte über eine Nockenbank. Programmiert wurde sie über eine an der rechten Seite angebrachten Programmtafel mittels Stecker, die 1- bis 6-polig sein konnten und auch verschiedene Längen hatten.

Die Datenausgabe erfolgte mit den Summenlocher, welcher erst alle geraden und dann alle ungeraden Stellen auf einmal (je 480) stanzte.

Das Druckwerk bestand aus einzelnen Druckradsegmenten (deshalb auch später beim R300 Drucker 475), welche über eine Miramitwalze angetrieben wurde und mittels Kondensatorentladung über je ein Magnet gegen das Papier geschleudert wurden. Dadurch waren auch Durchschläge möglich. Eingefärbt wurden die Typenräder mittels Farbwalze.

In Verbindung mit dem Rechner Rechner ASM18 konnte die Tabelliermaschine auch Multiplikationsrechnungen ausführen.

Heute gilt die "401" als ausgestorben.


Tabelliermaschine 402

Die Tabelliermaschine "402" wurde von 1962-1968 vom Büromaschinenwerk Sömmerda in einer Stückzahl von 541 Exemplaren produziert.
Die Programmierung der "402" erfolgte durch eine Steck-Tafel, die Verarbeitungsgeschwindigkeit lag bei 9000 Lochkarten pro Stunde.


Tabelliermaschine 402

Arbeit an der Tabelliermaschine 402

Das Programmierfeld der 402

Heute gilt die "402" als ausgestorben.

Letzte Änderung dieser Seite: 19.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de