Dienstprogramme

Diese Programme gehörten nicht direkt zum Betriebssystem, bildeten aber wichtige Hilfsmittel für die Arbeit am Rechner.


Dienstprogramm DIENST

Dieses Programm war der beliebteste Dateimanager auf den 8-Bit-Rechnern unter dem Betriebssystem SCP.
Es wurde z.B. auf den Computern A5120, A5130, K8924, PC1715, PRG710, PRG710-1, DORAM und K8915 eingesetzt.
Gegenüber dem kommandozeilenorientierten Betriebssystem, wo Dateinamen stets einzutippen waren, arbeitete DIENST bereits mit Anzeige und Auswahl. Die Befehle des Betriebssystems wurden ins DIENST übernommen, dort allerdings inhaltlich verbessert.


Programm DIENST auf dem Computer PRG710

Bei Befehlen, die mit mehreren Dateien gemeinsam abgearbeitet werden konnten (z.B. Kopieren oder Löschen) zeigte DIENST eine Dateiliste an, wo jede Datei mit einer Nummer versehen war.
Anstelle des Dateinamens konnte man nun einfach die Nummern angeben, z.B.:
1,5,7 bearbeitet die Dateien mit den Nummern 1, 5 und 7.
1-4 bearbeitet die Dateien 1 bis 4,
1- bedeutet "alle Dateien".
Der Befehlsumfang von DIENST umfasst u.a.: Zum Absetzen einmaliger Befehle konnte DIENST auch ferngesteuert werden, indem man den auszuführenden Befehl als Parameter beim Start von DIENST übergab, z.B. DIENST COPY A:*.BAS B:

Da der Arbeitsspeicher bei den damaligen Rechnern sehr klein war, hatte sich DIENST bei Start von Programmen per RUN-Befehl beendet und nach Beendigung des Befehls neu gestartet. Daher sollte die Diskette, von der das Programm DIENST gestartet wurde, ständig im Laufwerk bleiben.


Dienstprogramm FEX

(FEX=File Exchange)
Dieses Programm war für den Datenaustausch zwischen Diskette und Magnetkassette auf den Rechnern A5120, A5130 und K8924 zuständig.
Auf dem Rechner K8915 wurde stattdessen das Programm CASCO verwendet.

Der Start von FEX erfolgt mit dem Kommando fex.

Als Kassettenlaufwerk wurde die Laufwerkseinheit K5221 verwendet.
FEX sprach die beiden Kassettenlaufwerke über die Bezeichnungen "0" und "1" an.
Man konnte: Die Kassettenlaufwerke haben keine Autoreverse-Funktion. Trotzdem wurde erkannt, welche Kassettenseite derzeit aktiv ist und ggf. zum Umdrehen der Kassette aufgefordert.
Die Codierung der Daten konnte nach dem ASCII-Zeichensatz (SCP) oder nach dem EBCDIC-Zeichensatz (SIOS, Großrechner) erfolgen.

Für die Magnetbandaufzeichnung gab es mehrere Dateisysteme:

Hauptmenü von FEX

Formatieren einer Kassette

Anzeige des Disketten-Inhaltes

Kopieren von Diskette auf Kassette


Dienstprogramm MDISK

Dieses Programm wurden auf den Rechnern EC1834 und A7150 unter dem Betriebssystem DCP benutzt.
Der Start von MDISK erfolgt mit dem Kommando mdisk


Startbildschirm von MDISK

Verzeichnisbaumanzeige

Verzeichnis-Anzeige

MDISK hatte die Funktion eines Dateimanagers und gestattete:

Dienstprogramm STAND-BY

Was für heutige Rechner selbstverständlich ist (und auch für Multitask-Betriebssysteme, wie SIOS und MUTOS nie ein Problem war), war damals unter dem Betriebssystem DCP eine Sensation: 2 Programme konnten gleichzeitig ausgeführt werden.
STAND-BY war ein sogenanntes TSR-Programm (Terminate-and-Stay-Resident).
Nach dem Start (Kommando SB) verschwand es sofort wieder, konnte aber dann von jedem anderen Programm aus durch eine Tastenkombination aktiviert werden.
Die standardmäßige Tastenkombination für die Aktivierung war CTRL-ALT-SHIFT.


Start von Stand-By. Der Rechner kehrt zum DCP zurück.

Stand-By: Editor

Stand-By: Kalender

Stand-By: Taschenrechner

STAND-BY enthielt:

Dienstprogramm TLC

TLC (Tele Communication) war ein Programm, das zum Austausch von Daten über serielle Schnittstellen diente.
Es gab Versionen von TLC für 8-Bit-Rechner (A5110, A5120, K8924, DORAM, K8915 alt und neu) unter dem Betriebssystem SCP und für 16-Bit-Rechner (A7150, EC1834) unter dem Betriebssystem DCP.
Als Schnittstellen kamen Kopplungen über IFSS, direkte Kopplungen mit V.24, Verbindungen über GDNs sowie Verbindungen über Modems in Frage.
Der Start von TLC erfolgt mit den Kommandos tlc oder TLCX .


Hauptmenü von TLC (A7150-Version)

Konfiguration der Schnittstelle

Geräteauswahl, 16-Bit-Version

Geräteauswahl, 8-Bit-Version

TLC konnte: Letzteres funktioniert auch mit beliebigen anderen Rechnern, die irgendwie eine Terminalverbindung realisieren können (z.B. K8911).
Für die anderen Betriebsarten muss auf der Gegenstelle auch ein TLC-Programm laufen.


Dienstprogramm Norton-Commander

Dieser Dateimanager war ein beliebtes, vielseitiges Programm amerikanischer Herkunft, das auf den Rechnern A7150 und EC1834 unter dem Betriebssystem DCP genutzt wurde.
Der Start des Norton-Commanders erfolgte mit dem Kommando nc.


Norton-Commander

Programm-Manager im Norton-Commander

Der Norton-Commander bietet folgende Funktionen: Der Norton-Commander ist bis zu Version 5.0 auf den Robotron-Rechnern lauffähig.



Dienstprogrammpaket MASTER

Dieses Programmpaket beinhaltete eine Fülle von Dienstprogrammen für 16-Bit-Computer unter dem Betriebssystem DCP, also A7150 und EC1834. Es beinhaltete u.a. Werkzeuge für:


Hauptmenü von MASTER

Festplatten-Optimierer

Festplattenprogram von MASTER



Dienstprogramm SERIO

Standardmäßig waren die SCP-Betriebssysteme mit Nur-Ausgabetreibern für die seriellen Schnittstellen ausgerüstet. Sollte von den Schnittstellen auch gelesen werden (z.B. für Datenaustausch bzw. Netzwerk-Funktionalitäten, speziell bei Benutzung von höheren Programmiersprachen, z.B. BASIC) konnte dies mit dem Treiber-Programm SERIO erreicht werden.
SERIO besaß ein Konfigurationsmenü, in dem die Schnittstelle und deren Parameter festgelegt wurden. Bislang sind SERIO-Versionen für den PC1715 und den A5110 bekannt.


Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de