Leitzentrum für Anwendungsforschung LfA

Diese Firma beschäftigte sich u.a. mit der Entwicklung von Software (besonders im CAD-Bereich) sowie der unrühmlichen "Adaptierung" westlicher Software. Zum Produktspektrum gehören die Programme: Neben der genannten PC-Software gehörte auch IBM-Großrechner-Software (ESER-Rechner) zum Produktsprektrum.

Das LfA wurde möglicherweise 1982 gegründet und unterstand anfangs der Zentralverwaltung für Statistik, später dem "Kombinat Datenverarbeitung". Zum LFA gehörten ca 600 Mitarbeiter, davon ca. 400 im Bereich Softwareentwicklung, davon 300 in Berlin.

Auf welchen Wegen die westliche Software zum LfA kam, ist heute schwer nachzuvollziehen. Wahrscheinlich hatte der Auslandsgeheimdienst des MfS (Stasi) die beschafft, zumindest bei einigen Programmen auch die Quelltexte. Nach der Entfernung der Herstellernamen wurde beim LfA auch eine eigene Weiterentwicklung der Programme betrieben, es entstanden also zunehmend Abweichungen zu den westlichen Originalprogrammen.

Die Zentrale in Berlin beschäftigte sich hauptsächlich mit Großrechnersoftware, die Zweigstelle in Leipzig mit PC-Software, die Zweigstelle in Chemnitz mit KRS-Software

Mit dem Ende der DDR 1990 wurde das LfA aufgelöst. Einige Jahren darauf wurden die LFA-Gebäude in Berlin (ein rückwärtiges Vorkriegsfabrikgebäude, drei Baracken und ein straßenseitiger 6-geschossiger Plattenbau von 1986) abgerissen, an ihrer Stelle befindet sich heute die Möllendorffpassage.

Ehemalige Adressen

Jacques-Duclos-Straße (heute: Möllendorffstraße) 50-52, 1156 Berlin
Es gab Zweigstellen in Leipzig, Schwerin und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).



Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de