Grafikprogramme

Diese Programme dienten zum Erstellen von Diagrammen und einfachen Zeichnungen.
Sie lagen damit leistungsseitig weit unter den Fähigkeiten von CAD-Programmen, konnten aber auch schon auf kleineren Rechnern arbeiten.


Geschäftsgrafikprogramm SEMIGRAF

Dieses Programm wurde 1986 von der TH Leipzig entwickelt und kam auf dem Rechner PC1715 zum Einsatz. Es ermöglichte die Erstellung von Balkendiagrammen aus einer Quelldatendatei heraus.
Die Quelldatendatei konnte entweder live im SEMIGRAF erzeugt werden oder wurde aus REDABAS übernommen.
Die Datenausgabe erfolgte auf dem Bildschirm oder auf einen Drucker der K631x-Serie.

Da der PC1715 normalerweise keine Grafik auf dem Bildschirm darstellen kann, musste er mit einen speziellen EPROM nachgerüstet werden, der den semigrafischen Zeichensatz für SEMIGRAF enthielt. Alternativ dazu konnte auch die Semigrafik-Erweiterungsplatine GM1 eingesetzt werden.
Die Umschaltung auf den neuen Zeichensatz erfolgte automatisch beim Programmstart.


Hauptmenü von SEMIGRAF

Diagramm in SEMIGRAF

Der Start des Programms erfolgte mit dem Kommando SEMIGRAF.


Geschäftsgrafikprogramm GRAFIK/M16

Dieses Programm wurde auf den Computern A7100 und a7150 unter dem Betriebssystem SCP eingesetzt.
GRAFIK/M16 erzeugte beliebige Diagrammarten aus einer Quelldatei heraus und ist damit mit SEMIGRAF vergleichbar. Im Gegensatz zu SEMIGRAF musste man hier aber wegen der Grafik keine Tricks anwenden, denn sowohl A7100 als auch A7150 waren ja vollgrafikfähig.
Die Bildschirmausgabe erfolgt mit einer Auflösung von 640x480 (A7150) bzw. 640x400 (A7100) Punkten. Zur Darstellung der Werte konnte auf eine Vielzahl von Diagrammtypen zurückgegriffen werden, z.B. Linien-, Balken- oder Tortendiagramme.


Startbildschirm von GRAFIK/M16

Hauptmenü von GRAFIK/M16

Menü für Liniengrafik

Ausgabe der Liniengrafik

Menü für Tortengrafik

Ausgabe der Tortengrafik

Zum Starten von GRAFIK/M16 musste die grafische Betriebssystemerweiterung SCPGX geladen werden.
Der Start des Programms erfolgte dann mit dem Kommando GRAFIK.

Die SCP1700-Variante von GRAFIK/M16 kostete 1475 Mark, die DCP1700-Variante kostete 876 Mark.


Grafikprogramm GEDIT/M8

GEDIT/M8 war ein seltenes Grafikprogramm, das 1987 von der TH Leipzig entwickelt wurde und auf dem Rechner PC1715 unter dem Betriebssystem SCP lief. Typische Anwendungsfälle für das Programm waren: Da der PC1715 nicht vollgrafikfähig war, aber einen EPROM-Sockel für einen 2. Zeichensatz besaß, hatte man sich hier der Semigrafik bedient. Dazu wurde die Platine GM1 in den Sockel des freien Zeichensatz-EPROMs gesteckt. Die Platine wurde vom Rechnerbus aus angesteuert und simulierte einen Zeichensatz-EPROM mit variablem Inhalt.


Grafikerweiterungskarte GM1

Die Bilderstellung erfolgte in mehreren Ebenen:

Startbildschirm von GEDIT/M8

Hauptmenü von GEDIT/M8

GEDIT/M8-Bildeditor (Anordnen der Symbole zum Bild)

GEDIT/M8-Bildeditor, Ausschnitt

GEDIT/M8-Symboleditor-Menü (Auswahl der Symbole)

GEDIT/M8-Symboleditor (Anordnen der Zeichen zum Symbol)

GEDIT/M8-Zeicheneditor: Konstruktion eines Zeichens

GEDIT/M8-Bildeditor mit Rohrleitungsschema

Neben dem Bildschirm konnten die Grafiken auch auf einem Drucker K6313 bzw. K6314 ausgegeben werden. Eine Übernahme von Bildern aus dem Programm SEMIGRAF war ebenfalls möglich.

Der Start des Programms für Zeichen-, Symbol- und Bildeditor erfolgte dann mit dem Kommando GEDIT, der des Formateditors mit dem Kommando PCB.
Zusammen mit dem Programm wurde auch eine PASCAL-Prozedurbibliothek ausgeliefert, die eine Einbindung der Funktionen auch in andere Programme ermöglichen sollte. Praktisch wurde dies aber anscheinend nie realisiert.
Eine weitere interessant Funktion war die Möglichkeit der Nutzung von Stapeldateien, um Editierkommandos automatisieren zu können.

Der Start zum Zeichen-, Symbol- und Bildeditors erfolgte mit dem Kommando GEDIT, der des Formateditors mit dem Kommando PCB und der des SEMIGRAF-Datenübernahmeprogramms mit dem Kommando SBS.

Obwohl der Computer PC1715W hardwareseitig bereits die Voraussetzung für semigrafische Arbeiten hatte, konnte das Programm GEDIT/M8 nicht auf diesem Rechner genutzt werden.

Heute gibt es wahrscheinlich nur noch 1 Rechner, auf dem dieses Programm läuft, was an der Seltenheit der Zusatzplatine liegt.

Wer besitzt Beispieldateien für GEDIT/M8?


A5105-Grafikprogramm

Auch für den Bildungscomputer A5105 gab es ein Zeichenprogramm, das unter dem Betriebssystem RBASIC lief. Es befand sich auf der Diskette "ESP Grundkurs Informatik" und war eines der vielen kleinen Beispielprogramme.
Nach dem Eingangsbildschirm erschien eine leere Arbeitsfläche mit einem Menü an der Unterseite.


Eingangsbildschirm des Grafikprogramms

Grafikeditor

Die Steuerung des Zeichenstiftes erfolgte über die Cursortasten, wobei die Schrittweite (Vorwärtsschritt in Pixeln) frei wählbar war. Auch die weitere Programmsteuerung erfolgte ausschließlich über die Tastatur.
Der Anschluss eines anderen grafischen Eingabegerätes (Lichtstift, Grafiktablett oder Maus) war nicht vorgesehen. Entsprechend schwierig gestaltete sich das Arbeiten mit diesem Programm.

Folgende Funktionen waren per Tastatur abrufbar: Außerdem konnte über die Taste "M" ein Menü mit den Dateifunktionen aufgerufen werden. Ergänzt wurde dies durch einige Einstellmöglichkeiten für das Zeichenprogramm.

Über die Taste "C" konnte die Farbe für Stift und Rand bestimmt werden. Dies setzte natürlich die Verwendung eines Farbbildschirms oder Farbfernsehgerätes voraus.

Zum produktiven Arbeiten eignete sich dieses Zeichenprogramm nicht, dies war aber auch nicht beabsichtigt. Vielmehr wollten die Programmierer die grafischen Fähigkeiten des BIC in Verbindung mit einem einfachen Benutzerdialog auf Basis der Programmiersprache BASIC demonstrieren. Das Programm wurde zu Demonstrationszwecken im ESP-Unterricht der Klassen 9 und 10 eingesetzt und war nicht zur kommerziellen Verbreitung gedacht.

Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de