Robotron Schreibmaschinenwerk Dresden

Firma Seidel & Naumann

Die Firma wurde im Jahr 1868 in Dresden gegründet und produzierte anfangs ausschließlich Nähmaschinen. Später wuchs das Produktspektrum über Fahrräder und Kraftfahrzeuge bis hin zu Schreibmaschinen (Serien "Ideal" und "Erika"). Ab dem Jahr 1900 wurde sie in eine Aktiengesellschaft umgewandelt unter dem Namen "A.G. vormals Seidel & Naumann".

Im gleichen Jahr wurde die Produktion der "Ideal", einer mechanischen Büroschreibmaschine, begonnen. Für Buchungszwecke konnte diese Maschine mit den Kontenkarteneinzügen "Blitz" oder "Universal" bestückt werden. Noch einen Schritt weiter ging der Hersteller bei der "Rechnenden Ideal": sie konnte außer schreiben auch Zahlen addieren (Spaltensummen und bei einigen Varianten auch Zeilensummen). Die Ideal-Maschinen konnten auf Kundenwunsch auch mit einem elektrischen Wagenrücklauf ausgerüstet werden. Die Produktion der "Ideal"-Maschinen wurde mit dem Ende des 2. Weltkrieges eingestellt.


Schreibmaschine Ideal mit Buchungseinzug

Das Flaggschiff: Rechnende Ideal, Typ F

Die "Erika" war eine eine ab 1910 produzierte mechanische, transportable Kleinschreibmaschine (Reiseschreibmaschine). Sie verkaufte sich gut und wurde auch in der DDR weiter produziert und weiterentwickelt. Aufgrund des bekannten Produktnamens wurden später auch andere DDR-Kleinschreibmaschinen "Erika" genannt (z.B. Erika 3004), obwohl sie weder eine Weiterentwicklung der "Erika" waren noch vom gleichen Hersteller stammten.


Firma Clemens Müller

Diese Firma wurde 1855 in Dresden gegründet und beschäftigte sich ebenfalls zunächst mit der Produktion von Nähmaschinen. 1909 erfolgte dann auch hier der Einstige in die Schreibmaschinenproduktion, die Geräte wurden unter dem Handelsname "Urania" verkauft.


Schreibmaschinenwerk Dresden

Nach dem 2. Weltkrieg erfolgte die Verstaatlichung von "Seidel & Naumann" und "Clemens Müller" zunächst unter der Bezeichnung "Mechanik Schreibmaschinenwerke Dresden", später folgte die Umbenennung "VEB Schreibmaschinenwerk Dresden".


Erika-Kleinschreibmaschine

Das "Schreibmaschinenwerk Dresden" wurde Bestandteil der VVB Datenverarbeitungs- und Büromaschinen, ab 1969 Mitglied des Kombinats Zentronik. Als Neuentwicklung kam 1975 die Blindenschreibmaschine "Erika-Picht" hinzu. Ab 1979 wurde das Werk mit seinen mit 3500 Mitarbeitern in das Kombinat Robotron eingegliedert. Ab 1984 war es Betriebsteil des VEB Robotron-Elektronik Dresden

1990 erfolgte die Privatisierung des Werkes unter dem Name "Robotron Erika GmbH", die sich aber nur zwei Jahre am Markt halten konnte und dann in Konkurs ging. Einige Gebäude des Werkes werden heute von Stadtplanungsamt und anderen Ämtern benutzt.

Die Produktion der Blindenschreibmaschine wurde von der 1992 gegründeten "Multi-Tech gemeinnützige GmbH" fortgesetzt. Im Jahr 2010 ging auch diese Firma in Konkurs und wurde 1 Jahr später aufgelöst. Die Erika-Picht wird heute (2014) immer noch produziert, und zwar jetzt unter dem Namen "Tatrapoint" von der "Blista-Brailletec gGmbH" in Marburg.


Ehemalige Adresse

Dresden, Hamburger Straße 19



Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de