Chemie

Hier sollen Chemikalien aufgeführt werden, die in Zusammenhang mit Computertechnik verwendet wurden.

Custanol F

Custanol F war ein Spezialöl, das ursprünglich für Fernschreiber entwickelt wurde.


Custanol F in 5-ml-Abpackung

Durch seine guten Schmiereigenschaften und seine Langzeitstabilität (kein Verharzen) wurde es von Robotron als Schmiermittel für viele mechanische Geräte, beispielsweise Buchungsmaschinen, Drucker und Diskettenlaufwerke empfohlen bzw. in den Reparaturanleitungen propagiert. Ein Fläschchen Custanol F war auch in den Reinigungsgarnituren vorhanden, die Robotron bzw. Zentronik mit Druckern und Buchungsmaschinen ausliefert. Hersteller war die Firma W.Cuypers in Radebeul (später in "VEB Arzneimittelwerk Dresden, Werk 2" umbenannt).


Reinigungsgarnitur mit Custanol F

Custanol F bestand aus einer Mischung von Paraffin- und Rinderklauenöl, hatte eine Viskosität von 10°E bei 20°C und 3°E bei 50°C. Der Flammpunkt lag bei 175°C, der Stockpunkt bei -18°C.
Gegenüber Custanol S war Custanol F wesentlich dickflüssiger und neigte damit nicht zum Weglaufen. Es konnte notfalls auch als Schneidöl verwendet werden.


Custanol K

Custanol K war ein Spezialöl für Kinoprojektoren, Filmkameras und akustische Magnetbandgeräte. Es stellte damit das dritte Spezialöl der Firma W.Cuypers in Radebeul dar. Es konnte notfalls auch als Schneidöl verwendet werden. In der EDV wurde es vermutlich nicht eingesetzt.
Custanol K bestand aus einer Mischung von Paraffin- und Rinderklauenöl und hatte eine Viskosität von 16°E bei 20°C und 4°E bei 50°C. Der Flammpunkt lag bei 225°C, der Stockpunkt bei -19°C.


Custanol S

Custanol S war ein dünnflüssiges Spezialöl für Sinterlager (Eisen und Bronze). Hersteller war ursprünglich die Firma W.Cuypers in Radebeul, später auch der "VEB Technische Wachse Jena". Es wurde im Bereich der EDV z.B. zum Tränken der Sinterbronzelager der Magnetkassettenlaufwerken K5200 verwendet.


Custanol S in 1-Liter-Abpackung

Custanol S war sehr dünnflüssig (hohes Diffusionsvermögen), um in die Poren der Sintermaterialien eindringen zu können (Die Tränkung wurde per Unterdruck gemacht). Bei späterer mechanischer Belastung des Lagers trat das Öl dann selbständig an die Oberfläche und gewährleistete dort eine dauerhafte Selbstschmierung des Lagers. Als allgemeines Schmiermittel war es hingegen wenig geeignet.

Custanol S bestand aus einer Mischung von Paraffin- und Rinderklauenöl und hatte eine Viskosität von 4°E bei 20°C und 2°E bei 50°C. Der Flammpunkt lag bei 140°C, der Stockpunkt bei -25°C..




Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de