Drucker-Erweiterungen

Für Spezialanwendungen wurde besondere Papiereinzüge zu den Druckern konstruiert, die mit einer eigenen Elektronik sowie einem eigenen Papierantrieb ausgerüstet waren.

Formularträger von Buma

Das Buchungsmaschinenwerk entwickelte Anfang der 1970er Jahre einen Formularträger für den Drucker SD25. Dieser Drucker wurde dann allerdings nie gebaut. In nächsten Schritt wurde versucht, den Formularträger für die Sömmerdaer Druckwerke zu benutzen, bevorzugt für den SD1156, der neben der Variante als eigenständiges Gerät auch in den Buchungsmaschinen aus eigener Herstellung (Ascota 700, Ascota 750, Ascota 840, Ascota 1750, Ascota 1820, Ascota 1840) Verwendung fand. Er vereinigte einen Einzug für Einzelblätter bzw. Kontenkarten (DIN A3 quer bis A6 hoch) sowie Vorschubeinheiten für zwei Bahnen randgelochtes Endlospapier.

Der Formularträger war technisch sehr kompliziert und offenbar störanfällig. Das Büromaschinenwerk Sömmerda ließ daher sein Interesse an dem Formularträger fallen und produzierte stattdessen den Leporello-Aufsatz daro 1160 in Lizenz einer bundesdeutschen Firma.

Die Steuerung des Formularträgers erfolgte über ein Programmketten. Auf jedes Glied konnte ein Formstück gesteckt werden, das entsprechende Funktionen auslöste: Vertikaltabulatorstops und Kennzeichnung der letzten Zeile des Formulars. Die Anzahl der Kettenglieder konnte an die Anforderung des Anwenders angepasst werden.


Formularaufsatz mit abgenommenen Seitenverkleidungen

Ob der Formularträger in die Serienproduktion ging, ist bislang unbekannt, ebenso der Name der Einheit. Es ist wahrscheinlich, dass sie mit dem 1158 oder 1159 identisch ist.
Heute gilt dieses Gerät leider als ausgestorben.


Leporello-Einheit 1158

Über diese vom Buchungsmaschinenwerk entwickelte Leporelloeinheit liegen noch keine Informationen vor.

Heute gilt die 1158 als ausgestorben.


Leporello-Einheit 1159

Über diese vom Buchungsmaschinenwerk entwickelte Leporelloeinheit liegen noch keine Informationen vor.

Heute gilt die 1159 als ausgestorben.


Leporello-Einheit 1160

Dieses Gerät wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda produziert, auf Drucker der Typen SD1152, SD1154, SD1156 sowie von Buchungsmaschinen gesteckt und gestattete die komfortable Verarbeitung von randgelochtem Endlospapier (Leporello). Das Gerät basierte auf einer Lizenz der Fa. Steinhilber (Rottweil, BRD).


Leporello-Vorschub daro 1160

Ursprünglich wollte das Büromaschinenwerk Sömmerda für seine Drucker den BUMA-Leporelloaufsatzes verwenden, befürchtete dann aber, mit dem störanfälligen Aufsatz nicht das geplante Gütezeichen "Q" zu erreichen und entschied sich dann spontan für eine Lizenznahme.

Interessant war die Selbststeuerung des Traktor-Antriebs: Im linken Traktor-Gehäuse befand sich ein Endlos-Lochband, auf dem die Papiergröße sowie Vertikaltabulatoren codiert waren. Damit wusste der Drucker, wann das Seiten-Ende erreicht war und er einen Vorschub bis zum nächsten Blatt machen musste. Auch Vertikaltabulationen (rechnerunabhängiges Anfahren einer bestimmten Zeile) innerhalb der Seite waren so möglich. Mit Vertikaltabulationen wurden die frühen Rechner teilweise vom Aufbau des Formulars entlastet und konnten so Speicher sparen.

Um mit unterschiedlichen Formularen arbeiten zu können, enthielt die 1160 zwei mit einem Umschalter auswählbare Steuerprogramme. Die "Programmierung" des Lochstreifens sollte der Anwender mit Hilfe der Bedienungsanleitung selbst vornehmen. Das Lochband unterlag durch die Bürstenabtastung einem gewissen Verschleiß, musste also ab und zu ersetzt werden.


Lochbandsteuerung im daro 1160 (links)

Elektronik im daro 1160 (rechts)

Der daro 1160 wurde über einen Schnellspannverschluss auf den Drucker aufgesetzt und mit diesem über ein Steuerkabel verbunden, über das auch die 1160-Stromzufuhr erfolgte. Der daro 1160 war nur in der Lage, 1 Papierbahn zu verarbeiten. Zum Einsatz auf doppelbahnigen Druckern (z.B. SD1152/252) wurden daher zwei Geräte daro 1160 mit seitlich versetzten Papiertraktoren übereinander gestapelt.


Zwei 1160 übereinander im Einsatz

Vom daro 1160 haben bis heute einige Exemplare überlebt, mindestens einer davon in funktionsfähigem Zustand.


Kontenkarteneinzug daro 1161

Es handelt sich um eine Papiereinzugshilfe, die auf Drucker der Typen SD1152, SD1154, SD1156 sowie für Buchungsmaschinen aufgesteckt werden konnte. Sie wurde von Robotron Sömmerda produziert und basierte vermutlich auf einer Entwicklung (Lizenz) der Firma Steinhilber in Rottweil.


Kontenkarteneinzug daro 1161

Daro 1161 mit abgenommenen Gehäuse

Eine Kontenkarte war eine Karte aus dünner Pappe, auf die im Bankwesen fortlaufend die Buchungen bzw. Kontostände gedruckt wurden. Sie entsprach also einer frühen Version des Sparbuchs. Eine Buchung belegte mindestens eine Zeile. War die Kontenkarte voll gedruckt, wurde sie durch eine neue ersetzt.

Die Kontenkarte wurde über einen speziellen Einzugschacht in das 1161 eingelegt und nach dem Druck dort wieder entnommen.
Um zu speichern, wie viele Zeilen bereits gedruckt waren, stanzte der 1161 eine weitere Steuerkerbe in den Rand der Karte. Bei der nächsten Buchung ermittelte der 1161 anhand der vorhandenen Steuerkerben, auf welche Zeile gedruckt werden muss und schob die Karte entsprechend weit in den Drucker. Um eine Karte als Kontenkarte nutzen zu können, musste im Vorfeld 1 Kerbe bereits gestanzt sein. Falls dies nicht bereits beim Papierhersteller erfolgt war, wurde diese mit Hilfe eines kleinen Handstanzers manuell angelegt. Bezüglich der verarbeitbaren Papierdicke und -Härte war das 1161 recht wählerisch.

Der daro 1161 wurde über einen Schnellspannverschluss auf den Drucker aufgesetzt, mit dem er über ein Steuerkabel verbunden war und über das auch die Stromzufuhr zum daro 1161 erfolgte.

Der daro 1161 kannte folgende Befehle:


Drucker SD1152 mit aufgesetztem 1161

Drucker SD1156 mit zwei 1160 (hinten) und einem 1161 (vorn)

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch 2 Exemplare, leider nicht mehr funktionsbereit, bekannt.


Rollenvorschub daro 1163

Bei diesem Gerät handelte es sich um einen Aufsatz für den Drucker SD1156 bzw. für den Buchungs- und Fakturierautomat 1720 zur Verarbeitung von auf Rollen befindlichem Endlospapier.

Über eine zusätzlich anbringbare Vorsteckeinrichtung konnten auch Einzelblätter verarbeitet werden.

Heute existieren leider weder Geräte noch Bilder mehr davon.


Formulareinrichtung daro 1164

Dieses Gerät konnte am Buchungsautomat 1720 optional auf das Druckwerk gesetzt werden und ermöglichte die Verarbeitung von zwei Einzelblättern (nebeneinander. Bei Bedarf konnten über eine Zusatzeinrichtung auch zwei Endlospapierbahnen (Rollenpapier) verarbeitet werden. Dafür war auch eine Abreißschiene für das bedruckte Papier vorhanden. Der Zeilenvorschub konnte auf 0,5-, 1-, 1,5-, 2- und 3-zeilig eingestellt werden.

Die Papierbahnen wurden durch interne Motoren angetrieben, die Ansteuerung dazu kam vom Rechner. Blatteinzug und -Auswurf konnte auch tastengesteuert ausgelöst werden.


Drucker mit aufgesetztem 1164

Der daro 1164 gilt heute als ausgestorben.


Sparbucheinzug daro 1166

Dieses auf das Druckwerk aufzusetzende Gerät wurde vom Robotron Sömmerda entwickelt und sollte den Bürocomputer A5110 und wahrscheinlich auch die Drucker SD1152 und SD1157 befähigen, Sparbücher zu bedrucken.

Ob der Sparbucheinzug jemals in nennenswerter Stückzahl in den Handel kam, ist nicht sicher. Heute existieren leider weder Geräte noch Bilder mehr davon.


Magnetkontensystem daro 1290

(MKG)

Dieses vom Buchungsmaschinenwerk entwickelte und dort in kleiner Stückzahl produzierte Magnetkontengerät wurde als externes Zubehör an der Kleindatenverarbeitungsanlage daro 1840 benutzt.


Schematische Darstellung des Magnetkontensystems daro 1290

Es diente der Aufzeichnung, Wiedergabe und Löschung der Magnetstreifendaten, dem Bedrucken der Magnetkontenkarte und dem Sortieren der Karten. Die Ansteuerung erfolgte vom Rechner über einen SIF1000-Anschluss. Als Druckwerk war die Mechanik des Druckers SD1156 verbaut.

Die Magnetkarten wurden als Stapel eingelegt werden und automatisch nacheinander in das Gerät gezogen (mit einer gelochten Walze, die unter Unterdruck stand). Fotoelektrisch wurde auf der Karte ggf. die letzte bedruckte Zeile gefunden, darunter die neue Zeile gedruckt und ggf. der Magnetstreifeninhalt aktualisiert.

Heute gilt das 1290 als ausgestorben.


Magnetkontensystem daro 1292

(MKG)

Dieses vom Buchungsmaschinenwerk entwickelte Magnetkontengerät wurde als externes Gerät an der Kleindatenverarbeitungsanlage daro 1840 eingesetzt. Der Unterschied zum 1290 bestand darin, dass das 1292 nicht drucken und keine Daten aufzeichnen konnte. Es war also nur als Lese- und Sortiergerät einsetzbar.


Schematische Darstellung des Magnetkontensystems daro 1292

Heute gilt das 1292 als ausgestorben.


Magnetkontenaufsatz daro 1294

Diese Druckerweiterung wurde im Magnetkontenrechner daro 1750 eingesetzt und diente zur Steuerung des Drucks auf spezielle Karten im Bank- und Buchungswesen. Hersteller war das Buchungsmaschinenwerk in Chemnitz.
Gegenüber dem Daro 1161 war die Funktionalität stark erweitert: Der (meist auf beiden Seiten der Kontenkarte angebrachten) 3-spurige Magnetstreifen diente einerseits zur Erkennung, auf welcher Zeile die vorangegangenen Drucke geendet hatten, andererseits auch als Datenspeicher (392 oder 256 Bytes pro Seite), beispielsweise zur Speicherung des Namens und der Kontonummer des Besitzers.
Beim Ansprechen des Gerätes wurde die (oben einzeln einzusteckende) Kontenkarte zunächst komplett eingezogen (0,6 m/s) und dabei der Magnetstreifen ausgelesen und diese Werte an den Rechner weitergereicht. Anschließend fuhr die Karte wieder nach oben bis zur 1. unbedruckten Zeile. Nun konnte die Zeile(n) bedruckt werden. Abschließend fuhr das Gerät die Kontenkarte nochmals komplett durch und schrieb dabei ggf. die Änderungen der Daten auf den Magnetstreifen zurück. Der Auswurf der Karte erfolgte entweder nach unten durch den Drucker in einen Stapel-Ablageschacht oder zurück nach oben.


Magnetkontensystem daro 1294

Magnetkontencomputer 1750 mit aufgesetztem daro 1294

Im Gerät war ein Motor für den Papiervorschub verbaut, ein weiterer schaltete als Servo das Getriebe des Vorschubmotors um. Für die Ansteuerung des Kombikopfes (Lesen/Schreiben/Löschen) waren entsprechende Leiterplatten im Gerät verbaut. Die Kopplung des 1294 mit dem Rechner erfolgte über Zeibina-Leisten.

Wenn anstelle von Magnetkontenkarten normales Papier bedruckt werden sollte, konnte das Magnetkontengerät nach Ziehen zweier Hebel vom Drucker abgenommen werden, allerdings war das Gerät recht schwergewichtig.

Vom daro 1294 sind heute noch 2 Exemplare bekannt.


Magnetkontensystem MKS512

(Alias MKS 512)

Über dieses Gerät ist bisher fast nichts bekannt.
Wahrscheinlich handelt es sich um ein Importgerät der bundesdeutschen Firma BDT.

Da eine flächendeckende Bereitstellung dieses Geräts in der DDR nicht gewährleistet werden konnte, wurde es schnell durch das Magnetkontensystem 1294 abgelöst.

Das MKS512 gilt heute als ausgestorben.


Letzte Änderung dieser Seite: 20.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de