Sonstige Drucktechnik

Mikrofilm-Ausgabegerät EC7602

(Alias EC 7602, EC-7602, Microfilm)

Das Mikrofilmausgabegerät EC7602 wurde zur automatisierten Erstellung von Dokumentationen in Form von Mikrofiches benutzt und in Verbindung mit Großrechnern, z.B. dem EC1055 eingesetzt.
Das EC7602 arbeitete mit einer Geschwindigkeit von 5 Fiches/min bzw. 100.000 Zeichen pro Sekunde.
Auf einen Mikrofiche passten 30 Seiten A3 oder 60 Seiten A4.


Mikrofilmgerät EC7602

Herz des Geräts war eine Elektronenstrahlröhre, mit der die Informationen auf den Film geschrieben wurden. Die Entwicklung des Mikrofilms erfolgte außerhalb der Maschine auf chemischen Wege, ähnlich wie bei der damals üblichen Fotografie. Die Steuerelektronik des EC7602 war aus TTL-Schaltkreisen aufgebaut.

Zum Lesen der Mikrofilme gab es spezielle Lesegeräte, z.B. das Pentakta L100. Ein maschinelles Lesen war dagegen nicht vorgesehen.

Das EC7602 gilt heute als ausgestorben.


Drucker SD1132

(Alias SD 1132, SD-1132, daro1132, daro 1132)

Dieser auch als "Blockdruckwerk" bezeichnete Drucker wurde vom Büromaschinenwerk Sömmerda hergestellt.
Obwohl er äußerlich den Erfurter Streifendruckern G3407 und G3287 ähnlich sieht und auch auf Kassenrollenpapier druckt, enthält der SD1132 kein Thermodruckwerk, sondern ein Paralleldruckwerk auf Typenstangenbasis mit einem Farbband. Von den Abmaßen her war er einer der kleinsten Drucker von Robotron. Vom Gewicht her konnte man aber trotzdem meinen, er bestünde aus massivem Metall.


Drucker SD1132

Drucker SD1132 von oben

Innenansicht des SD1132

Innenansicht des SD1132

Innenansicht des SD1132

5-stelliges Druckwerk

Die Typen (erhaben geprägte Buchstaben) befanden sich auf der Mantelfläche drehbarer Scheiben. Für jede Druckstelle gab es solch eine Scheibe. Beim Auslösen des Drucks wurde das Typenscheibenpaket einmal komplett am Druckkopf vorbei gedreht. Befand sich die passende Scheibe gerade vor dem Druckkopf, wurde sie in dieser Position mit eine kleinen Sperrklinke angehalten. War das gesamte Typenscheibenpaket durchgelaufen, wurden die angehaltenen Scheiben gemeinsam gegen Farbband und Papier gedrückt und die Zeichenkontur wie bei einer Schreibmaschine auf das Papier übertragen. Im Gegensatz zu den Großrechner-Typenwalzendruckern wurde beim SD1132 nicht fliegend gedruckt, d.h. die Scheiben waren beim Druckvorgang in Ruhe. Dafür realisierte der SD1132 einen echten zeilenparallelen Druck, während beim Typenwalzendrucker "nur" alle jeweils gleichen Zeichen innerhalb einer Zeile gleichzeitig gedruckt wurden, verschiedene Zeichen aber zeitlich hintereinander.

Die Zeichenauswahl des SD1132 war auf Ziffern, das "-"-Zeichen und das Leerzeichen mit einer Breite von max. 18 Zeichen begrenzt. Freier Text war also damit nicht druckbar.

Die Anwendung dieses Druckers beschränkte sich damit auf direkte Messwertanzeige (Anschluss an Digitalvoltmeter oder Zähler). Um Herstellungskosten zu sparen, blieben beim SD1132 die für die spezielle Anwendung unbenutzte Druckpositionen häufig unbestückt.
Der SD1132 war auch unter dem Namen "Schiffsdrucker" bekannt, weil er in den Steuerungszentralen der Schiffe als Protokolldrucker eingesetzt wurde. Damals wurden umfangreiche Zuverlässigkeitstests unter extremen klimatischen Bedingungen durchgeführt, um die Eignung für solche Einsatzfälle nachzuweisen.

Die Druckgeschwindigkeit betrug fünf Zeilen pro Sekunde bei max. 18 Zeichen pro Zeile.
Der SD1132 hatte eine ungenormte Schnittstelle und konnte z.B. mit dem Computer PBT4000 (über die Platine ABW) oder mit dem Energiekostenrechner EKR80 gekoppelt werden.
Im SD1132 war keine Ansteuerelektronik eingebaut, die Leistungsbauelemente waren also im Rechner unterzubringen.

Von diesem seltenen Gerät sind heute nur noch wenige Exemplare bekannt.


Drucker EC7230 / LD20

(Alias EC 7230, EC-7230, NMZD 6000, NMZD-6000, LD 20, LD-20)

Dieser Laserdrucker sollte ab 1988 in Verbindung mit dem ESER-Großrechner EC1057 benutzt werden, kam aber nicht in größerer Stückzahl in den Handel. Hersteller war das Büromaschinenwerk Sömmerda. Äußerlich war der Drucker ein sehr großes Gerät: allein die Lasereinheit mit der Polygonspiegeloptik war ca. 1m lang.

Der EC7230 ging aus einem Forschungsprojekt namens NMZD6000 hervor, was Nichtmechanischer Zeilendrucker mit 6000 Zeilen pro Minute bedeutete und einer Leistung von ca. 100 A4-Blatt pro Minute entsprach. Dieses Gerät hatte Leporellopapier-verarbeitende Hochleistungs-Laserdrucker von IBM und Siemens zum Vorbild. Bei der Überleitung des Forschungsthemas in die Geräteentwicklung wurden die Ziele herabgesetzt: Für das Seriengerät LD20 wurde dann eine Druckgeschwindigkeit von 20 A4 pro Minute angepeilt und anstelle des Leporellopapiers wurde auf die Verarbeitung von Einzelblättern A4 quer orientiert. Das Darstellungsvermögen des LD20 war auf Buchstaben (lateinisch und kyrillisch) sowie Sonderzeichen begrenzt (er war also nicht grafikfähig). Die Auflösung lag bei 240 Pixeln pro Zoll, durch die beiden Schriftarten ergaben sich 72 Zeilen á 136 Zeichen oder 94 Zeilen á 170 Zeichen.

Der Drucker verfügte über einen Pufferspeicher mit dem eine Druckwiederholung von maximal zwei Seiten möglich war.


Drucker EC7230

Die Entwicklung des LD20 begann Mitte der 1980er Jahre. Dabei gab es auch eine Zusammenarbeit mit der Firma Secura in den Bereichen Fotoleiter und Toner.

Vermutlich wurden nur 7 Exemplare dieses Typs produziert, da bedingt durch die politische Wende in der DDR die Produktion abgebrochen wurde. Die geplanten Absatzmärkte in der DDR bzw. der Sowjetunion brachen weg und es waren dann modernere und preiswertere Geräte aus dem westlichen Ausland verfügbar.

Leider scheint heute dieses seltene Gerät ausgestorben zu sein.


Es gab auch im Büromaschinenwerk Sömmerda gemeinsam mit dem Ministerium für Erdölindustrie der Sowjetunion ein Vorhaben, einen Drucker nach einem elektrostatischen Druckverfahren mit Flüssigtoner zu entwickeln. Diese Entwicklung wurde ebenfalls nach kurzer Zeit abgebrochen.
Nach der Wende 1990 wurde der vergebliche Versuch unternommen, mit der japanischen Firma MITA zu kooperieren, die damals Laserdrucker für PCs im Programm hatten.


Journaldrucker S3290.20

(Alias S 3290.20, S-3290.20)

Dieser Drucker wurde vom Funkwerk Erfurt hergestellt und im Zusammenspiel mit Messgeräten eingesetzt. Er gehörte zum Erzeugnissystem "Digitale Messung und Messwertausgabe - Grundgeräte" (ESDM31).


Drucker S3290.021

Messsystem S3290 mit Drucker

Pro Zeile konnten maximal 5 Zahlenwerte (mit jeweils max. 12 Ziffern) gedruckt werden, die Druckgeschwindigkeit lag bei rund zwei Zahlen pro Sekunde. Die maximale Papiergröße war DIN A3, wobei auf Normalpapier gedruckt wurde. Der Drucker benutzte ein Farbband, das auch als schwarz-rotes Farbband (elektrisch umschaltbar) ausgeführt sein konnte.

Das Gehäuse, der Druckwagen und Teile des Druckwerks wurden offenbar von der Rechenmaschine Ascota 112 übernommen.

Die Ansteuerelektronik war nicht im Drucker untergebracht, musste also von einem externen Gerät realisiert werden. Dies war üblicherweise der Umsetzer S3290.101, der nach außen hin eine Schnittstelle SI1.2 bildete.

Der S3290.020 gilt heute als ausgestorben.


Ergebnisdrucker VA-G-24A

Bei diesem Modell handelte es sich um einen numerischen Drucker auf Typenstangenbasis, der vom VEB Meßelektronik Dresden hergestellt wurde. Er diente zur Ausgabe von Messwerten in direkter Kopplung mit einem Messgerät. Das Gehäuse und Teile des Druckwerks wurden offenbar von der Rechenmaschine Ascota 110 übernommen.


Drucker VAG24A

Drucker VAG24A, geöffnet

VAG24A, geöffnet

Druckwerk des VAG24A. Alle Typenstangen sind eingefahren.

Von diesem seltenen Drucker sind heute nur noch wenige Exemplare bekannt.


Messwertdrucker MD011

Dieses von Rafena Radeberg in den 1960er Jahren verkaufte Gerät wurde zur Messwertausgabe am Prozessrechner PR2100 benutzt. Technisch basierte es auf der Rechenmaschine Ascota 110, allerdings waren anstelle der Bedientasten Elektromagnete eingebaut und es wurde in anderer Motor benutzt. Das Gerät trug vermutlich auch die Bezeichnung "Ascota 0393".

Die (ausschließlich numerische) Ausgabe erfolgte über das Typenstangendruckwerk auf eine herkömmliche Kassenrolle, bzw. bei einer Variante mittels eines Springwagens auf Normalpapier. Der Kasten unter dem Drucker enthielt wahrscheinlich die Rechnerschnittstelle. Die Druckgeschwindigkeit lag bei 2 Zahlen pro Sekunde, maximal 12 Ziffern lang.


Drucker MD011

Typenschild des MD011

Drucker MD011, innen

Drucker MD011, innen

Der MD011 war ein naher Verwandter des VA-G-24A.

Eine große Verbreitung hatte der MD011 nie erreicht.
Bis heute hat vermutlich nur 1 Exemplar überlebt.


Drucker SD25

Anfang der 1970er Jahre entwickelte das Optima-Werk Erfurt einen Drucker, der für die Chemnitzer Buchungsmaschinen (wahrscheinlich Ascota 700) benutzt werden sollte. Um die Lizenzkosten für die üblichen patentgeschützten Druckverfahren zu sparen, erfand Optima ein neues Druckverfahren: Die Drucktypen waren erhaben auf einer kleinen Metallwalze angebracht, die durch Verdrehen und Verschieben positioniert wurde und durch einen Hammer über das Farbband auf das Papier geschlagen wurde. Die Metallwalze war seitlich an vier Stahldrähten befestigt.


Druckwalze des SD25

Passend zum SD25 entwickelte das Buchungsmaschinenwerk einen Formularvorschub in Form eines Aufsatzgerätes, das die Nutzung von zwei Leporellobahnen und einer Kontenkarte ermöglichen sollte.

Aus unbekanntem Grund wurde die Entwicklung des SD25 abgebrochen, möglicherweise weil das Druckverfahren nicht beherrschbar war. Der Formularvorschub wurde noch probeweise am Drucker SD1156 eingesetzt, doch auch diese Entwicklung wurde abgebrochen.

Der SD25 gilt heute als ausgestorben, Bilder davon haben wahrscheinlich auch nicht überlebt.



Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de