Antiviren

(Alias Antiviren Antivirusprogramme Viren Computerviren)

Weitgehend unbekannt ist heute die Tatsache, dass auch in der DDR Programme zur Auffindung von Computerviren hergestellt wurden. Zwar wurden in der DDR vermutlich keine Computerviren geschrieben und auch die anderen Länder des Ostblocks waren zu dieser Zeit noch nicht als Virenproduzenten aktiv, allerdings wurden Computerviren aus der westlichen Welt eingeschleppt, meistens durch die Weitergabe von Computerspielen.

Ein Computervirus war zur damaligen Zeit ein Computerprogramm, das im wesentlichen zwei Funktionen beinhaltete: Der Grund für das Schreiben eines Computervirus mag damals vielfältig gewesen sein: Verbreiten von Scherzen, Ausleben von Machtgefühlen bis hin zum echten Zerstörungswillen.

Voraussetzung für die Verbreitung von Viren war das Vorhandensein kompatibler Computer und Betriebssysteme sowie ein Datenaustausch zwischen diesen. Während die 8-Bit-Computer mit ihrer exotischen Hardware und der Vielzahl an Betriebsystemen sowie Großrechner mit ihrer exotischen Hardware weitgehend von Virenattacken verschont blieben, waren die 16-Bit-Bürocomputer mit ihrem verbreiteten Betriebssystem DCP bzw. DOS ein beliebtes Angriffsziel.

Zwar wurde versucht, organisatorisch die Verbreitung von Computerviren zu verhindern, jedoch wirkten Eigenmächtigkeiten der Computernutzer immer wieder dem entgegen.

Um Viren auf Rechnern zu finden und möglichst wieder zu beseitigen, wurden daher spezielle Programme geschrieben. Diese entstanden zunächst in der westlichen Rechnerwelt, wo das Virenproblem verbreiteter war. Besonders die Firma McAffee engagierte sich dabei in der Frühzeit der PCs. Diese Antivirenprogramme wurden z.T. auch in der DDR eingesetzt. Später wurden dann auch eigenen Antivirenprogramme in der DDR entwickelt. Antivirenprogramme basieren meist auf einer der folgenden Strategien: In der DDR nahm man das Virenproblem sehr ernst, wertete man es doch vielfach als einen gezielten Angriff der westlichen Länder auf die DDR. Das Auftauchen von Computerviren war protokollpflichtig und musste über ein Formular an eine zentrale Expertengruppe (Arbeitsgruppe für Organisation und Inspektion) des Ministerrats gemeldet werden.


Ausschnitt des Virusformulars

Antivirusprogramm PCC

Dieses Programm arbeitete unter dem Betriebssystem DCP auf den Computern A7150 und EC1834. Es erstellte im ersten Schritt eine Datei mit den Prüfsummen der auf dem Rechner vorhandenen Programme. Bei Virenverdacht wurden die Programme mit der Prüfsummendatei verglichen und veränderte Programme wurden gemeldet.


Startvon PCC

Erstellung der Prüfsummendatei

PCC hat eine veränderte Datei gefunden

Antivirusprogramm V1-5

Das Antivirusprogramm V1-5.EXE sucht nach Spuren der ihm bekannten fünf Computerviren. Ein weiteres Programm ANTI1-5.EXE ist dann auch in der Lage, den Virencode aus den befallenen Programmen wieder zu entfernen. Der Hersteller des Programms ist anscheinend derselben wie der von PCC.


Start von V1-5

Erfolgreiche Dateiprüfung

Antivirusprogramm Vir-S

Vir-S war anscheinend der Nachfolger von V1-5. Er war in der Lage, 10 Computerviren zu finden.


Erfolgreiche Dateiprüfung mit VIR-S

Erfolgreicher Lauf von VIR-ANTI

Das Programm war wieder zweigeteilt: VIR-S.EXE zum Suchen der Viren und VIR-ANTI.EXE zum beseitigen derselben.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de