Diktiergeräte

Diese Geräte gehören eigentlich nicht zur Rechentechnik, wurden aber im Bürobereich eingesetzt und sollen mangels eigener Lobby hier erwähnt werden.


Diktiergerät BDG2000

Dieses Diktiergerät wurde von Elektronik Gera produziert. Es benutzte normale Audio-Magnetkassetten (MC, Ferro, 4,76 cm/s). Das Laufwerk wurde dabei durch die im Mikrofon eingebauten Schalter, durch die elektronische Frontplattenbedienung oder durch das Fußpedal gesteuert. Über einen Regler konnte auf Wunsch die Wiedergabegeschwindigkeit verändert werden. Im BDG2000 war ein Lautsprecher eingebaut.


Bürodiktiergerät BDG2000

Prozessorkarte des BDG2000

Das Laufwerk war ein LW1200: mechanisch dasselbe, wie beim MC80.22 und MC80.30. Allerdings hatte das Laufwerk im BDG2000 eine andere Ansteuerplatine, die aber auch hier durch einen Einchipmikrorechner UB8840 gesteuert wurde.

An Zubehör gehörte ein spezielles Mikrofon mit Schalttasten sowie ein Fußschalter (Funktionen "Start" und "Rücklauf") dazu.


Diktiergerät D1A

(nicht zu verwechseln mit dem Dresdner D1-Computer)
Dieses Gerät wurde aus Ungarn importiert und ist technisch gesehen eine Rarität.
Es diente zur Aufzeichnung von Sprache über das Mikrophon oder zum Mitschnitt von Telefongesprächen. Die Aufzeichnung wurde aber hier nicht auf ein Band, sondern auf eine Magnetplatte vorgenommen. Der Vorteil gegenüber einem Band war, dass die Platte ohne Rückspulen jederzeit gewechselt werden konnte und dass ein zeitraubendes Umspulen entfiel. Wegen der nicht allzu guten Tonqualität war eine Aufzeichnung von Musik mit diesem Gerät nicht sinnvoll.


Diktiergerät D1A. Im Vordergrund das Mikrofon.

D1A innen mit eingelegter Magnetplatte. Oben rechts der Tonarm.

D1A, Bild von unten

Die Magnetplatte ähnelte einer Schallplatte und hatte auch eine Rille drauf. In dieser Rille lief eine Nadel, die aber nur zur Führung diente. Ein Stück neben der Nadel lief der Magnetkopf, über den die Sprache aufgezeichnet bzw. wiedergegeben wurde. Wie bei einer Schallplatte konnte die Magnetplatte durch Umdrehen auch auf der anderen Seite bespielt werden.
Diese Magnetplatten können natürlich nicht mit einem normalen Plattenspieler, sondern nur mit einem D1A-Gerät wiedergegeben werden.

Die Mechanik des D1A war weitgehend gekapselt. Die Magnetplatte wurde vorn durch einen Schlitz in das Gerät eingelegt.
Die Fernbedienung des äußerlich nicht sichtbaren Tonarms zwecks Anfahren eines bestimmten Abschnittes der Aufzeichnung erfolgte durch zwei Steuerhebel an der Gerätevorderseite. Eine Anzeige, die auch die abgelaufene Zeit anzeigte, half bei der Positionierung.
Bei der Aufzeichnung ertönt als Warnung kurz vor dem Ende der Platte ein Klingelton und wies auf den notwendigen Plattenwechsel hin.

Um eine Magnetplatte zu löschen, wurde über einen Steuerhebel ein Löschmagnet über die Platte geschwenkt, der binnen Sekunden die gesamte Plattenseite löschte.

Die elektrische Steuerung des Gerätes (Start-Stop) war durch die an der Gerätefront befindlichen Bedienknöpfe oder durch Schalter im Mikrophon möglich.

Heute existieren nur noch wenige Geräte dieses Typs, was Verkäufer in letzter Zeit allerdings zu völlig unrealistischen Preisvorstellungen verleitet.


Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de