Schachcomputer

Zum Spielen von Schach gegen den Computer wurden mehrere kleine Spezialrechner in Form von Schachbrettern gebaut.

Augenzeugenbericht:
Ich selbst kann mich nur erinnern, etwa Anfang 1986 den CHESS MASTER im Geschäft gesehen zu haben. Er kostete damals etwas um die 2000,- Mark. Ich habe mich dann aber doch für einen Kassettenrecorder SKR700 entschieden.


Schachcomputer SC2

(Alias SC 2, SC-2)

Dieses Gerät, das den internen Namen G5002.500 trug, wurde vom VEB Mikroelektronik "Karl Marx" Erfurt entwickelt (damals noch unter dem Namen "Funkwerk Erfurt") und auch dort produziert.
Inwendig arbeitet ein Prozessor U880, dem 9 KByte ROM und 1 KByte RAM zur Seite stehen.

Für den Spielbeginn war eine Eröffnungsbibliothek gespeichert, um auch dem Rechner den ersten Zug überlassen zu können. Taktisch arbeitet der Schachcomputer so, dass er vom aktuellen Zug alle möglichen Züge berechnet und diese nach ihrer Wirkung (maximaler Schaden des Gegners) bewertet. Dabei werden auch die Wirkungen weiterer Züge im Voraus berechnet. Der höchstwertige Zug wird dann gesetzt. Errechnet der Computer mehrere gleichwertige Züge, wählt er über einen Zufallsgenerator einen davon aus.
Die Reaktionszeit des SC2 lag, abhängig von der gewählten Spielstärke und der Stellung der Figuren, zwischen wenigen Sekunden und ca. 60 Minuten.


Schachcomputer SC2

Bedienteil des SC2

Der SC2 ist augenscheinlich ein etwas älteres Modell und zumindest die Verpackung gab es in zwei differierenden Varianten.


Verpackung des SC2

Verpackung des SC2

Die Platine des SC2

Der Preis des SC2 betrug 2180 Mark.


CHESS MASTER

(Alias Chessmaster, Chess-Master)

Der CHESS MASTER wurde vom VEB Mikroelektronik "Karl Marx" Erfurt entwickelt und auch dort produziert. Die genaue Bezeichnung für das erste Modell war 'CHESS MASTER g5003.500'. Der Typ .501 war eine Weiterentwicklung und im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, "dass durch Einsatz neuer hochintegrierter und z.T. schnellerer Bauelemente die Rechengeschwindigkeit erhöht und die Leistungsaufnahme gesenkt" wurde.


Schachcomputer Chess Master

Auch bei diesem Schachcomputer gab es Verpackungen verschiedenen Designs.


Chess Master mit Verpackung

In der Bundesrepublik wurde der Chessmaster unter dem Name der Firma Radiophon verkauft.


CHESS MASTER diamond

(Alias CMD)

Die genaue Bezeichnung des ab 1987 produzierten Gerätes war "CHESS MASTER diamond, Modell G-5004.500".
Die Zugeingabe erfolgte wie beim Vorgänger Chess Master über Sensorfelder. Eine vierstellige LED-Anzeige gestattete die Ausgabe der Zeit, die Anzahl der Züge, sowie die Anzeige der Stellungsbewertung. Funktionstastengesteuert ließen sich Farbwechsel, Stellungsveränderungen und Partiewiederholungen realisieren. Um den Chess Master Diamond an die eigene Spielstärke anzupassen, gab es 8 Schwierigkeitsstufen sowie 2 Analysestufen.

Neu bei diesem Gerät war die Möglichkeit, über einen Erweiterungsport Zusatzmodule anzuschließen. Dazu gab es das Modul PM10 (G-5010.500) für Eröffnungsstrategien und PM11 (G-5011.500) für Endspielstrategien. Diese werden an der linken Seite des Gerätes eingesteckt, wo beim Vorgänger noch die Spielfiguren Platz hatten.

Die Stromversorgung war bei Chess Master diamond als externer AC-Adapter (G-5502.500) ausgeführt.


Schachcomputer Chess Master Diamond





Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de