Betriebssystem DOS/ES

(Alias DOS/EC)

DOS/ES (mit kyrillischen Buchstaben DOC/EC geschrieben) war ein Betriebssystem, das auf den auf den DDR-Großrechnern EC1040, EC1055, EC1056 und EC1057 alternativ zu OS/ES betrieben wurde.

DOS/ES hatte von vornherein den virtuellen Speicher (MVS) als Prinzip für das gesamte System erhoben und war sehr schnell, selbst auf den langsamen EC1035 / EC1036 mit mehren hundert Terminals. Es besaß eine eigene Steuerung für virtuelle Maschinen, unter der das langsame OS/ES 6.1M9 (vom Sachsenwerk Dresden) ungeändert zu ungeahnter Geschwindigkeit auf dem EC1057 kam. Gegenüber OS/ES konnte DOS/ES vor allem mit einer ressourcenschonenden Arbeitsweise punkten.


Versionen

Die erste Version DOS-1/ES basierte auf IBM DOS/360 Release 18 und lief auf dem EC1021. Robotron, der als Herausgeber agierte, hatte darin einige Verbesserungen eingebaut.

Später kamen die Versionen DOS-1.6/ES und DOS-1.7/ES, mit viele Verbesserungen gegenüber IBM DOS, sodass es sich auch auf dem EC1040 und am Anfang sogar auf dem EC1055 etablierte.

In der Sowjetunion wurde DOS-2/ES gebaut, das eine Adaption des IBM/DOS Release 26.0 darstellte.

Den großen Sprung machte VÚMS Prag mit dem DOS-3/ES und DOS-4/ES, das von vornherein als System mit virtuellem Speicher entwickelt war. Die Syntax der Anweisungen und Kommandos war nach ESER-Vorgaben mit der des IBM-DOS kompatibel (sog. Quelltextkompatibilität auf Anwendungsebene), allerdings gab es wesentliche Erweiterungen. Es wurden keine "Erker" an die in den 60er Jahren konzipierten Systeme wie bei IBM angebaut, sondern es wurde die Chance genutzt, vollständig neu aufzubauen. Die Kollegen in Prag zeigten, dass eine Eigenentwicklung schneller ging und sogar zu besseren Ergebnissen führte.

DOS-5/ES wurde in den 1990er Jahren als Nachfolger von später DOS-4/ES geschrieben. Es besaß eine XA-Unterstützung für die nun verfügbare westliche Hardware.

In der Chefebene von Robotron stieß DOS-ES zunehmend auf Widerstand: man favorisierte dort stattdessen das OS/ES. Trotzdem setzte sich das DOS-3/4 in der DDR auf ESER-II/III-Anlagen durch, weil es hinsichtlich Effizienz und Dialogbetrieb an Terminals beispiellos war.


Anwenderprogramme

Verbreitete Anwendungsprogramme (POS, Problemorientierte Systemunterlagen) waren: Die POS wurden größtenteils von Robotron entwickelt, genau gesagt vom Großforschungszentrum Dresden, wo ca. 300 Mitarbeiter mit diesen Themen betraut waren.

Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2019Herkunft: www.robotrontechnik.de