Speicherprogrammierbare Steuerung URSALOG 5020

(Alias ursalog5020, ursalog-5020)

Die speicherprogrammierbare Steuereinrichtung SPS Ursalog 5020 vom VEB Elektroapparate-Werke Berlin-Treptow "Friedrich Ebert" ergänzte das Gerätesystem Ursalog 5000 im Systemzweig URSATRON des URSAMAT durch eine Komplexsteuereinrichtung für mittelgroße bis große Steuerungsprobleme. Die SPS Ursalog 5020 hatte ein modulares Mikrorechnersystem zur Grundlage, das durch Baugruppen zur Prozesssignaleingabe und -ausgabe sowie durch eine spezifische Systemsoftware die für eine SPS des oberen Anwendungsbereichs notwendigen Eigenschaften besaß: Eine SPS Ursalog 5020 bestand aus der Grundeinheit Ursalog 5020, Stromversorgungsgeräten und ggf. weiteren Geräten zur Eingangs- und Ausgangssignalanpassung. Darüber hinaus wurden Baugruppen und Geräte zur Programmierung, Inbetriebsetzung und für den Service bereitgestellt.


Grundeinheit Ursalog 5020

Die Grundeinheit einer SPS Ursalog 5020 bestand aus einem EGS-Baugruppeneinsatz mit gedruckter Rückverdrahtung und direkt gesteckten Karteneinschüben (KES) BxHxT = 20x215x170mm. Der Anschluss der Prozesssignale und Steuersignale sowie externer Interfaceleitungen erfolgte über indirekte Frontsteckverbinder.


Grundeinheit ursalog 5020

Blockschaltbild einer Grundeinheit

Jede Grundeinheit umfasste Steckeinheiten zur zentralen Informationsverarbeitung, zur Signalerfassung und -ausgabe sowie einen Kontrollmodul mit Tastatur- und Anzeigevorsatz (TAV). Es wurden einige Steckeinheiten aus dem Mikrorechnersystem K1520 vom Kombinat Robotron verwendet. Alle Steckeinheiten arbeiteten am K1520-Systembus nach TGL 37271 (mit systemeigenen Erweiterungen). Reichte ein Baugruppeneinsatz zur Unterbringung der Steckeinheiten nicht aus, so konnte die Grundeinheit durch einen zweiten ergänzt werden. Der Systembus wurde dabei über die Busverstärkereinheit BVE in den zweiten Baugruppeneinsatz verlängert. Dort durften jedoch nur Baugruppen zur Signalerfassung und -ausgabe arbeiten.


ZVE- und Interfacebaugruppen für die Grundeinheit

TypKurzcharakteristik
ZRE K 2521.05Zentrale Recheneinheit mit CPU, Taktgeber,PIO,CTC,EPROM,RAM
OPS K 3520.054 KByte RAM
OPS K 3521.054 KByte RAM, gestützt
OFS K 3620.05EPROM/RAM
OFS K 3621.05EPROM/RAM
PFS K 3820.0516 KByte EPROM
IFSS 37032x langsames IFSS-Interface max. 9600 Baud
TRAM 370216,32,48 oder 64 K DRAM
KAB 3707Kaskadenbrücke zum Auffüllen freier Plätze zwischen 2 Steckeinheiten
R-BUS-S 3725Robust-Bus-Steuerung, Anschluss von Robustperipherie-Baugruppen bis 1024 E/A-Signale, Selbstdiagnose
TAV 3726Tastatur-Anzeige-Vorsatz zum Kontrollmodul, 8stellige 7-Segment-Anzeige, Hex- und Funktionstastatur, Betriebsartenschalter
IIM 37602-Kanal-Impulseingabe für inkrementelle Messsysteme
BVE K 4120.05Busverstärkereinheit
ADA K 6022.05SIF1000-Anschluss
ABD K 7022Anschluss Bedieneinheit Robotron
SE-AS 2351Serviceeinheit-Anschlusssteuerung (SE URSATRON 5000)



Eingabe-/Ausgabebaugruppen

Für die Erfassung der Prozesssignale und die Ausgabe der Steuersignale bestanden drei gerätetechnologische Lösungen, über die der Anwender frei verfügen konnte:

Programmsystem der SPS Ursalog 5020

Um den Anforderungen mittelgroßer bis großer Steuerungsprobleme gerecht zu werden, war die SPS Ursalog 5020 serienmäßig mit einem Echtzeitsteuerprogrammsystem für Mehrprogrammbetrieb (Multitask-Echtzeitbetriebssystem) ausgestattet. Das Programmsystem PVE2 enthielt alle Programme, die in einer SPS Ursalog 5020 laufen sollen. Das waren die anwendungsabhängigen Echtzeitbetriebsprogramme EIEX1521 und LOGOS5020 einschließlich spezieller Dienstprogramme, das Testsystem LOTES 5020 sowie die Anwendersteuerprogramme LOGAN 5020. Die Programme LOGAN 5020, LOTES 5020 sowie einige Programme von LOGOS 5020 liefen unter der Regie von EIEX1521 im Sinne von Anwendertasks. LOGAN 5020 war der Sammelbegriff für die in der SPS laufenden Anwenderprogramme, die gewöhnlich vom Anwender in der Fachsprache PROLOG2 notiert und mit dem Programmiergerät URSATRON 5000 übersetzt wurden. Die Programme des Testsystems LOTES 5020 realisierten Bedien-, Test- und Inbetriebsetzungsfunktionen, die mittels des Tastatur- und Anzeigevorsatzes TAV des Kontrollmoduls oder vom angeschlossenen Programmiergerät ausgelöst werden.


Verbreitung

Die Ursalog 5020 wurde, genauso wie alle anderen elektronischen Maschinensteuerungen, in der DDR nur sehr selten eingesetzt. Eine auf die Belange der Prozessleittechnik ausgebaute Version der Ursalog 5020 wurde unter dem Namen Ursadat 5000 entwickelt.

Heute gilt die Ursalog 5020 als ausgestorben.
Hat irgendwo ein Ursalog 5020 überlebt?



Letzte Änderung dieser Seite: 05.06.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de