Steuerrechner MRS7000 / SPS7000

(MRS 7000, MRS-7000, MRS7001, MRS 7001, MRS-7001, SPS-7000, SPS 7000, SPS7001, SPS 7001)

Dieser Steuerrechner wurde vom VEB Numerik produziert. Mitwirkende an diesem Projekt waren ebenfalls der Kombinat Automatisierungs-Anlagenbau sowie Erfurt Electronic. Mit dieser Steuerung kam 1989 im Bereich Maschinensteuerung der Umstieg von 8-Bit-Technik auf 16-Bit-Technik (MMS16) mit dem Ziel, den technischen Rückschritt der DDR gegenüber der Weltspitze zu verringern.


Steuerrechner SPS7000

Prozessorplatine des SPS7000

Steuerrechner SPS7000

Zunächst wurde aus den entwickelten Baugruppen die Bauform SPS7000 zusammengesetzt: sie wurde als allgemeine speicherprogrammierbare Steuerung benutzt. Geplante Einsatzbereiche der SPS7000 waren Umformmaschinen, Zerspanungsmaschinen sowie Druckmaschinen. Es war auch eine Nutzung für CNC-Maschinen geplant, es ist aber unsicher, ob das jemals realisiert wurde.

Die Steuerung bestand aus Sloteinheiten, in die Stromversorgung, Speicher, Prozessoren und Peripherieadapter gesteckt wurden und die die Betriebsspannungen und den Rechnerbus von Steckplatz zu Steckplatz weiterreichten. Die Kabel wurden über Stecker frontseitig an den Modulen angebracht.
Es waren bei der SPS7000 drei Ausbaustufen möglich: Die Verbindung zu den Erweiterungsgeräten erfolgte über Busverlängerungsbaugruppen, die maximale Kabellänge zwischen zwei Geräten betrug 15m.


MRS7000 mit Erweiterungsgerät

Herz der Steuerung war ein 16-Bit-Mikroprozessor K1810WM86. Er übernahm die Kommunikation mit dem Bediener und die Abarbeitung des Programms. Zusätzlich konnte eine Bitprozessorkarte gesteckt werden, die zur schnellen Abarbeitung logischer Funktionen (1µs pro Befehl) diente. Gegenüber den Vorgänger-Geräten (MRS700) wurde bei der SPS7000 die Auflösung der AD-Wandler auf 10 Bit erhöht und die der DA-Wandler auf 12 Bit.
Zur Stromversorgung kamen spezielle Module (EAZ) von Numerik zum Einsatz, die den Steckkarten +5V, ±12V und ±15V zur Verfügung stellten. Die Steuerung wurde aus einer 24V-Rohspannung gespeist, vom Hersteller wurde bei Bedarf ein externes Netzteil für den Anschluss an das 220V-Wechselstromnetz geliefert. Die Peripheriebaugruppen (analog oder digital) konnten beliebig gesteckt werden. In der maximalen Ausbaustufe konnten 1300 Ein/Ausgänge bedient werden. Mögliche Steckkarten waren: Die Programmierung der SPS7000 erfolgte in Form einer Anweisungsliste (boolesche Algebra). Diese Anweisungsliste wurde entweder auf dem PRG710 oder auf dem ST7000 entwickelt.

Auf den Typenschildern der Steuerung war meist "MRS7001" aufgedruckt. Die SPS7000 war u.a. als Echtzeitsteuerung im Rechner ICA700 eingebaut. In der DDR war die SPS7000 ziemlich selten, was wohl mit dem Zerfall der Produzentenfirmen Anfang der 1990er Jahre zusammenhängt.
Heute ist nur noch die Existenz zweier Exemplare bekannt.


Serviceterminal ST7000

Zur Programmierung der Steuerung wurde von Erfurt Electronic das Bediengerät ST7000 entwickelt.


Serviceterminal ST7000

Innenansicht des ST7000

Prototyp des ST7000

Das Gerät basierte auf dem Mikroprozessor U880 mit Software auf EPROMs, die Eingabe erfolgte über eine Folientastatur, die Ausgabe über eine 32-Stellige LED-Dotmatrixanzeige. Die Kopplung mit der SPS7000 erfolgte über eine serielle Schnittstelle (V.24) auf die Steckkarte IKC.

Steuerrechner SPS7100

(SPS-7100, SPS 7100

Unter dieser Bezeichnung taucht gegen Ende der DDR eine weitere SPS auf, die möglicherweise den Nachfolger der SPS7000 darstellte. Technische Details sind nicht bekannt, es hat auch vermutlich keine derartige Technik bis heute überlebt.


Letzte Änderung dieser Seite: 03.01.2017Herkunft: www.robotrontechnik.de