Sekretärinnen-Arbeitsplatz

Mit Beginn der Bürocomputer-Ära Anfang der 1980er Jahre hielt die Computertechnik auch in den Sekretariaten Einzug. In vielen Büros wurde allerdings bis zum Ende der DDR ausschließlich mit Schreibmaschine gearbeitet, was hauptsächlich am hohen Preis und der schwierigen Beschaffung der Computertechnik, teilweise aber auch an Vorbehalten der Mitarbeiter lag.


Büroarbeit am PC1715. Hinten ein Drucker K6314

Die Aufgaben für die EDV lagen hauptsächlich im Abwickeln der Geschäftskorrespondenz, also dem Schreiben von Briefen. Ferner gehörten das Verwalten der Briefpost, die Urlaubsplanung, die Terminplanung sowie das Verwalten von Adresslisten dazu. Seltener wurden auch Datenbankarbeit (Verwaltung von Produkten, Inventuren) sowie Berechnungen (Lohnrechnung, Materialrechnung) gemacht. Für jedes Gebiet gab es spezielle Computersoftware: Außerdem gab es integrierte Programmsysteme, die mehrere Einsatzgebiete verbanden.

Technisch beschränkte sich der Einsatz von EDV meist auf einen Computer und einen Drucker.
Bis 1988 dominierten bei den Bürocomputern die 8-Bit-Rechner, wie der A5120 und besonders der PC1715. Später ging man auf die schnelleren und komfortableren 16-Bit-Computer, wie EC1834 und A7150 über.

Die Abspeicherung der Daten erfolgte in der Anfangszeit auf Diskette (besonders 5¼ Zoll), bei den 16-Bit-Rechnern auch auf Festplatte. Da die Einbindung von Bildern und anderen speicherhungrigen Formatierungen damals noch unüblich war, passten mehr als 50 Briefe auf 1 Diskette.

Je nach notwendiger Druckqualität setzte man entweder die etwas langsameren Typenraddrucker oder die etwas schnelleren Nadeldrucker ein. Erstere wurden speziell für Geschäftspost, wo es auf ein brilliantes Druckbild ankam, benutzt, letztere wegen ihrer schlechteren Druckqualität mehr für firmen-interne Ausdrucke.
Die Kopplung des Druckers mit dem Computer wurde üblicherweise über eine serielle Schnittstelle, wie V.24 und vor allem IFSS gemacht. Dies war möglich, da die Drucker ausschließlich im Textmodus arbeiteten und daraufhin nur kleinen Datenmengen benötigten. Die bei westlicher Bürotechnik favorisierten schnellen Parallelschnittstellen (Centronics) waren in der DDR nicht üblich.

Zum Duplizieren von Schriftstücken wurden gern Thermokopierer eingesetzt sowie in seltenen Fällen auch die teuren Laserkopierer.
Zur Aufzeichnung von Diktaten durch den Chef sowie zum nachfolgenden Eintippen in den Computer oder auf Schreibmaschine gab es verschiedene Arten von Diktiergeräten.

Während mit dem Ende der DDR die Robotron-8-Bit-Rechner sehr schnell aus den Büros verschwanden, hielten sich 16-Bit-Rechner z.T. bis Mitte der 1990er Jahre.
Bedingt durch die rasante technische Entwicklung ist DDR-Technik sind sie in deutschen Büros heute kaum noch zu finden. In einigen Ländern (besonders 3. Welt) sind DDR-Bürocomputer hingegen auch heute noch im Einsatz.



Letzte Änderung dieser Seite: 29.11.2016Herkunft: www.robotrontechnik.de